13.2.2019

11 – XI – Elf

Die Elf überschreitet die Zehn und stammt vom althochdeutschen Wort einlif ab, gebildet aus den Wurzeln ein (eins) und lif (übrig). Man könnte es als „Rest eins“ bezeichnen und als „übriggebliebenen Rest“ von der Zehn beziehungsweise „noch fehlenden Rest“ zur Zwölf deuten; denn die Elf hat ihren Platz zwischen dem Dezimalsystem, auch Zehnersystem genannt, auf der Basis der Zehn, und dem Duodezimalsystem, auch Zwölfersystem genannt, auf der Basis der Zwölf.

Die elfte Stunde ist die Stunde des Gerichts, aber solange es noch nicht 12 geschlagen hat, ist Umkehr möglich.

Nach mittelalterlicher Vorstellung ist die Elf die Zahl der Maßlosigkeit, eine teuflische Zahl. Während die Zehn unter anderem für das mit den Händen noch Faßbare und die Zehn Gebote Gottes steht, übersteigt die Elf das Normale.

Bei der Wiederbelebung des Kölner Karnevals Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Elf als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe symbolisiert. Eine weitere Erklärung für die Vorliebe der Narren für die Zahl Elf besagt, sie sei eine Schnapszahl und ihr doppeltes Vorkommen am Elften im Elften müsse gebührend gefeiert werden.

Der 11. November ist der Tag, an dem in früheren Zeiten die landwirtschaftlichen Betriebe bis zum nächsten Frühjahr ihre Feldarbeit einstellten. Die Knechte und Mägde auf den Höfen bekamen an diesem Tag den Lohn für ihre Arbeit ausgezahlt und feierten mit dem Geld ein großes Fest. An dem Tag begann die Adventszeit mit 40 Tagen wie die Fastenzeit. Später setzte sich die heute gültige sogenannte römische Form der Adventszeit durch.

Was bedeutet uns die Elf?