14. Sonntag im Jahreskreis C – Schafe und Wölfe (7.7.2019)

Schriftlesungen:
1. Lesung: Jes 66,10-14c
2. Lesung: Gal 6,14-18
Evangelium: Lk 10,1-9

„Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe!“, das könnte uns gefallen. Wir die Schafe, die anderen die Wölfe. Sind wir vielleicht Wölfe im Schafspelz?

Angst hat man vor allem vor dem Unbekannten, dem nicht Erkannten. Manches will man auch gar nicht wissen. Vieles im Leben ist Projektion; denn Angst ist letztlich Furcht vor dem Unbekannten in uns selbst.

Gefährlich wird dann das Nicht-Erkannte oder das Falsch-Erkannte.

Statt sich selbst kennenzulernen, verbauen sich viele den Weg zu sich selbst. Das berührt das Problem der Lebenslüge beziehungsweise der Lebenswahrhaftigkeit.

Eine Lebenslüge im Zusammenhang mit Sterben und Tod ist zum Beispiel, daß wir uns vormachen, unersetzbar zu sein. Die Erfahrung von Ersetzbarkeit ist eine gestreckte Erfahrung von Sterben.

Jeder von uns trägt beides in sich, das Schaf und den Wolf. Das recht zu erkennen, ist eine große Lebenshilfe.

Siehe auch Die Beziehungen zwischen Tier und Mensch, aufgezeigt am Wolf.