19. Sonntag im Jahreskreis C – Allzeit bereit! (11.8.2019)

Schriftstellen:
Erste Lesung: Weih 18,6-9
Zweite Lesung: Hebr 11,1-2.8-12
Evangelium: Lk 12,35-21

Allzeit bereit! Das gilt für viele Berufsgruppen, vor allem wenn es um Zeit geht wie bei der Feuerwehr.

Aber auch Arzt und Polizei haben allzeit Bereitschaft. Doch das ist im Evangelium nicht gemeint. Wir alle sollen bereit sein für das Kommen des Herrn. Darum beten wir in jedem Vaterunser.

Aber wozu sollen wir bereit sein? Was erwartet uns denn, wenn der Herr kommt? Wir wollen gar nicht vom „Ende der Welt“ reden, es reicht unser eigenes irdisches Ende. Menschen haben sich das Leben nach dem Tod oft als Fortsetzung des irdischen Lebens vorgestellt, nur eben schöner.

Aber das Leben bei Gott ist ganz anders. Kein Auge hat es gesehen ... (1 Kor 2).

Manche Menschen meinen, das Absolute könne man nur als „Nichts“ begrei­fen, und das ist im Nirwana des Ostens durchaus positiv gemeint. Das Nirwana ist keine überirdische Sphäre und kein theologischer Ni­hilismus, sondern ein ehr­fürchtiges Schweigen vor dem Gött­lichen und eine vollendete Stille; so wie das Nichtaussprechen des Namens Gottes bei den Juden. Das Nirwana ist eher ein Bewußtseinszustand. Da es jenseits jeglicher Dualität und Polarität steht, ist es ewige Erfüllung.

Stellen wir uns vor, an eine Theke mit den köstlichsten Getränken gebeten zu werden. Wir dürfen ein Getränk auswählen. Es gibt nur eine Bedingung: Was wir auch wählen, wir müssen es ewig trinken. Was würden Sie wählen? – Wasser!?

In unserem Leben werden wir aller Dinge überdrüssig. Aber: „Es muß im Leben mehr als alles geben“. (Maurice Sendak 1928-2012) Aber was ist das?

Stellen wir uns immer wieder diese Frage!