27. Sonntag im Jahreskreis B

„Es ist nicht gut, daß der Mensch alleine ist“ (Gen 2,18)

Schriftstellen:
Erste Lesung: Gen 2,18-24
Zweite Lesung: Hebr 2,9-11
Evangelium: Mk 10,2-16

So sieht die Schöpfungsgeschichte in der Genesis den Beginn der Menschheit. Weiter heißt es: „Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm ebenbürtig ist" (Gen 2,18), und im Neuen Testament verkündet der Evangelist Matthäus: „Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.“ (Mt 19,6)

Wozu soll die Hilfe dienen? Männer haben sie früher nicht selten als „Küchenhilfe“ verstanden. Gemeint ist aber vermutlich: Frau und Mann können einander eine Hilfe sein, sich selbst nicht für GOTT zu halten, sondern gerade in ihrer Verschiedenheit einander helfen, zu Gott zu finden.

Weder Mann noch Frau können für sich allein beanspruchen, das ganze Menschsein zu verkörpern, obwohl jeder etwas vom anderen in sich trägt, was wir mit anima und animus bezeichnen. Die Integration des jeweils anderen in die eigene Person läßt den Mann beziehungsweise die Frau zu einer reifen Persönlichkeit heranwachsen.

Gott erschafft den Menschen als Frau und als Mann, weil er sich in beiden ausdrücken will. Erst in der Liebesbeziehung erweist sich der Mensch als Ebenbild Gottes.

Siehe Predigt vom 7. Oktober 2018.