29. Sonntag im Jahreskreis B

„Einen zur Rechten und einen zur Linken“ (Mk 10,37)

Schriftstellen:
Erste Lesung: Jes 53,10-11
Zweite Lesung: Hebr 4,14-16
Evangelium: Mk 10,35-45

Wie nahe sie uns sind, die Jünger Jakobus und Johannes. Sie sind eine Weile mit Jesus gegangen, haben seine Worte gehört, ihn heilen sehen und hin und wieder selbst Hand angelegt, wo ihre Hilfe nötig und erwünscht war. Nun, da ein Augenblick der Ruhe, der Besinnung und des Nachdenkens über all das Geschehene eingekehrt ist, erwacht sie wieder, die Bitte, mit der uns Jakobus und Johannes ganz nahe kommen: „Was, Herr, haben wir davon ... ?“

Die Jünger drücken unsere recht plumpe und banale Bitte allerdings etwas vornehmer aus: „Laß in deinem Reich einen von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen.“ Diese Formulierung klingt nicht gerade demütig, sondern recht fordernd, bedeutet sie doch: „Gib uns den Lohn, der uns unserer Meinung nach zusteht.“

Vermutlich ahnen Jakobus und Johannes, daß ihre Arbeit und ihr Einsatz auf Erden kaum belohnt werden, und hoffen mit ihrer Frage auf gebührende Anerkennung im Himmel.

Jesus verurteilt sie dafür nicht, sondern fragt lediglich, ob sie den erbetenen Platz wirklich verdient hätten und den Weg gehen könnten, den er selbst gehe.

Was würde ich von Jesus erbitten?

Siehe Predigt vom 21. Oktober 2018.