31. Sonntag im Jahreskreis B - (4.11.2018)

„Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir weise werden.“ (Ps 90,12)

Schriftstellen:
Erste Lesung: Dtn 6,2-6
Zweite Lesung: Hebr 7,23-28
Evangelium: Mk 12,28b-34

Christsein heißt: Mit Jesus leben, sterben und auferstehen!

In seinen „Pensées“ schreibt Blaise Pascal (1623-1662): „Da die Menschen unfähig waren, Tod, Elend, Unwissenheit zu überwinden, sind sie, um glücklich zu sein, übereingekommen, nicht daran zu denken. Der Tod, an den man nicht denkt, ist leichter zu ertragen als der Gedanke an den Tod überhaupt.“

Wo liegt das Körnchen Wahrheit in diesem Irrtum? Es sieht zwar so aus, als ob wir sterben, aber in Wirklichkeit geht es um eine Verwandlung. Als Christen sprechen wir von der Auferstehung. Doch wer glaubt wirklich daran? Ist es nicht leichter zu sagen: „Mit dem Tod ist alles aus!“?

Ich persönlich lebe in der Vorstellung, daß die Ewigkeit mich jetzt bereits umgibt und meine Lebenszeit nur eine Pause von der Ewigkeit ist. Im Sterben fallen die Schleier, und ich werde erfahren, was ich mein Leben lang geglaubt habe.

Leider erleben wir heutzutage in den Medien fast pausenlos die Tötung von Menschen, aber wer hat schon erlebt, wie ein Menschen stirbt oder ihn sogar dabei begleitet? In einer Anekdote aus Amerika heißt es: Opa ist gestorben. Als der Enkel das hört, fragt er sofort: „Wer hat ihn umgebracht?“ In unserer Gesellschaft ist der Tod keine Selbstverständlichkeit mehr. Er gilt nicht mehr als natürlich, sondern hat fast nur noch pathologischen Charakter.

Man sollte für sich persönlich klären, ob man den Tod als Einschnitt ins Leben betrachtet und damit als dessen Widerpart oder als Teil des Lebens. Leben heißt sterben. Klagen wir darüber, daß wir totsicher unserem Tod entgegengehen, oder wird durch unseren Glauben der Tod zu einem Ereignis mit positiver Sinngebung?

Wie groß ist mein Glaube an die Auferstehung?

Siehe Predigt zum 4. November 2018.