4.9.2020

31. Trost des Sternenhimmels (Kapitel XXVII)

Wenn man hier und da aus einem erfrischenden Quellbrunnen kreative Erfahrungen geschöpft hat, so ist das keineswegs eine Versicherung gegen zum Beispiel das Gefressenwerden des Geliebten, den Verlust des Lebenssinnes oder vor allem die verborgene existenzielle Angst vor der Sinnlosigkeit und Leere. Es gilt, das Leben in aller Ungewissheit des Anfangs täglich neu zu erfahren.

 

Antoine de Saint-Exupéry schrieb die Geschichte des Kleinen Prinzen in der Rückschau auf ein sechs Jahre zurückliegendes Ereignis, als er infolge einer Notlandung in der Sahara mit knapper Not dem Wüstentod entging. Das in seinem Werk dichterisch gestaltete Vermächtnis seiner Lebenserfahrung läßt sich als Entwurf einer Hoffnung und einer Orientierungshilfe gegen die Traurigkeit verstehen.

Die Geschichte ist, wie das Nachwort erkennen läßt, nicht abgeschlossen. Der Kleine Prinz kann, wenn in der Psyche des Einzelnen die Sterne in einer entsprechenden Konstellation stehen, im Bewußtsein auftauchen und einen personalen Reifungsweg in Gang bringen. Der Autor wünschte sich für diesen Fall eine Mitteilung; denn solche Kommunikation erweckt Hoffnung gegenüber den verschlingenden Mächten unserer Gegenwart.