7.2.2019

7 – VII – Sieben

Die Sieben, hebräisch זין Zajin ז, griechisch Zeta ζ, spielt am Himmel eine große Rolle:
Der 7. Tag rundet die Woche ab, und die Wochentage tragen die Namen der sieben „Planeten“: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Sonne und Mond werden im Okkultismus auch als Planeten, als Wandelsterne, angesehen. Der Sieben kam eine besondere Bedeutung zu, weil die Menschen glaubten, die Planeten bestimmten ihr Geschick. Die Alten kannten nur sieben Planeten; in jüngerer Zeit sind Neptun, Uranus und Pluto hinzugekommen. Symbolisch wird die Sieben dem Planeten Neptun zugeordnet. Die Plejaden tragen den Namen „Siebengestirn“.

Altorientalisch ist die Sieben der Mondgott, da er 4 Phasen hat, an jedem 7. Tag eine neue.

Die Mayas kannten den siebenschichtigen Himmel. Bei ihnen bringen Frau (Drei) und Mann (Vier) eine Einheit (Sieben) hervor.

In Babylon bedeutete die Sieben Ganzheit und Fülle, so ist sie auch in der mittelalterlichen Exegese die Zahl der Vollkommenheit. Sie deutet auf den Ruhetag (Sabbat) Gottes hin (Gen 2,2) und verweist zugleich auf die vergängliche Zeit; denn am 8. Tag beginnt mit der Auferstehung die Ewigkeit.

Die Sieben läßt sich in ihre konstituierenden Prinzipien auflösen: Die geistige Drei und die erdenhafte Vier, oder religiös formuliert, die göttliche Drei und die geschöpfliche Vier. Ostkirchen sind oft auf einem Viereck (Erde) erbaut, das von einer Kupel (Dreieck – Himmel) überwölbt ist.

Wenn wir besonders glücklich sind, schweben wir auf „Wolke Sieben“ und fühlen uns wie im „Siebten Himmel“. Nach islamischer Vorstellung ist der „Siebente Himmel“ der oberste Himmel, in dem die Engel das Lob Allahs singen.

Vielfach hängt mit der Sieben eine Periodizität zusammen. Sie zeigt sich in der Musik mit ihren sieben Tönen, die in der Oktav wieder zum ersten zurückkehren, ebenso wie in der Ordnung der chemischen Elemente.

Ursprünglich war der Siebenerrhythmus charakteristisch für den Menschen:
Alle sieben Jahre erneuert sich der Menschen bis in die Zellen hinein. Im allgemeinen bilden sich mit sieben Monaten die Milchzähne, die in der Regel mit sieben Jahren wieder ausfallen. Spätesten im siebten Jahr ist ein Kind schulreif. Das zweite Jahrsiebt (14) spannt sich bis zur Pubertät, und nach dem dritten Jahrsiebt (21) war der Mensch früher volljährig, das heißt erwachsen und in der Lage, selbst Verantwortung zu übernehmen. Einen ausgeprägten Siebenerrhythmus gibt es bei der Frau. Nach 2 x 7 Jahren beginnt die Menstruation. Der Zyklus folgt einem Rhythmus von 4 x 7 Tagen, und mit 7 x 7 = 49 Jahren setzt das Klimakterium ein.

In den Religionen und Kulturen hat die Sieben eine jeweils besondere Bedeutung:
Sieben Erzengel werden genannt, und der Himmel hat sieben Stufen.
Nach den sieben Schöpfungstagen gibt es die sieben Siegel in der Apokalypse – das Buch mit sie­ben Siegeln (Off 4,1–8,1).

Weiterhin kennen wir:
Die sieben Gemeinden in der Geheimen Offenbarung: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea.
Die sieben Bitten des Vaterunsers.

Die sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe.

Darstellungen vor 1911

Die Sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Die sieben suburbikanischen Bistümer in Rom mit ihren ursprünglich sieben Diakonen und 14 Subdia­konen: San Giovanni in Laterano, San Pietro in Vaticano, San Paolo fuori le mura, Santa Maria Maggiore, San Lorenzo fuori le mura, San Croce in Gerusalemme und San Sebastiano fuori le mura.

Die Siebenschläfer, deren Gedenktag der 27. Juni ist.

Den siebenarmigen Leuchter.
Den siebenfachen Sphärenweg in Mysterienkulten.

Die sieben Leben einer Katze.

 

 

Die sieben Farben des Regenbogens: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett.

Die sieben Freien Künste: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik.
Die Sieben Weltwunder: die Pyramiden von Gizeh in Ägypten, die Hängenden Gärten der Semiramis in Babylon, der Tempel der Artemis in Ephesus, die Statue des Zeus in Olympia, das Mausoleum von Halikarnas­sos, der Koloß von Rhodos und der Leuchtturm von Pharos.
Die sieben Weisen in Griechenland: Kleobulos von Rhodos, Solon von Athen, Chilon von Sparta, Pittakos von Mytilene, Thales von Milet, Bias von Priene und Pariandros von Korinth.
Die sieben Hügel von Rom: Aventin, Caelius, Esquilin, Kapitol, Palatin, Quirinal und Viminal.
Die sieben sagenhaften Könige nach der Gründung Roms: ROMULUS, NUMA POMPILIUS, TULLUS HOSTILIUS, ANCUS MARCIUS, TARQUINIUS PRISCUS, SERVIUS TULLIUS und TARQUINIUS SUPERBUS.

Im Heiligen Römischen Reich gab es sieben Kurfürsten, jeweils einen in Mainz, in Köln, in Trier, in Böhmen, in der Kurpfalz, in Sachsen und in der Mark Brandenburg.
Am Rhein gibt es das Siebengebirge, in Kasachstan das Siebenstromland.

Die Sieben im Märchen:
Die sieben Zwerge, die sieben Raben, die sieben Schwaben, die sieben Geißlein und vieles mehr. Es gilt auch, sieben Kräuter zu finden, und die Siebenmeilenstiefel brin­gen uns vom Fleck.

 Die Sieben ist nicht nur eine heilige Zahl, sondern hat auch ihre Ambivalenzen:
Das Verflixte 7. Jahr.
Die böse Sieben (Zahlenspiel).
Die sieben Todsünden: Hochmut, Neid, Zorn, Trägheit, Habgier, Völlerei und Wollust.
Die Hydra mit ihren sieben Köpfen.
Die sieben mageren Jahre nach den sieben fetten Jahren (Gen 41).
Aus Maria Magdalena hat Jesus sieben böse Geister ausgetrieben. (Lk 8,2)
Neben den sieben Freuden gibt es auch die sieben Schmerzen Mariens.

Was bedeutet uns die Sieben?