9.4.2020

 

 

 

 

 

 

„Auf der einsamen Insel

Beim Alleinsein bekommen auch die Gedanken mehr Platz: Ein Plädoyer, die Chancen der nur mit sich selbst verbrachten Zeit zu nutzen“

Unter diesem Titel stellte Edo Reents in der F.A.Z. vom 30. März 2020 Überlegungen an, wie es in der Corona-Krise den Alleinstehenden gehen mag. Dabei zitiert er den Friedrich Nietzsche: „Des Einen Einsamkeit ist die Flucht des Kranken; des Andern Einsamkeit die Flucht vor den Kranken.“ (Also sprach Zarathustra – Auf dem Ölberge)
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Friedrich Nietzsches Sentenz zeigt Gegensätzliches auf. Einige sind einsam auf Grund einer Krankheit. Andere meiden die Kranken, um selbst nicht krank zu werden, und sind deshalb einsam.

Allein war auch Jesus auf dem Ölberg. Er fragte nicht: „Warum muß ich all das erleiden?“, sondern war bereit, den Willen des Vaters zu erfüllen. In der augenblicklichen Situation der Corona-Krise sollten wir uns nicht fragen: „Warum passiert uns das?", sondern: „Wozu geschieht es? Was sollen wir daraus lernen?“ Die Antwort lautet: „Damit wir Menschen werden, die Verant­wortung für ihr Leben übernehmen können.“

Eine Erprobung dient dazu, uns selbst besser ken­nenzu­lernen. Alles, was geschieht, ist letztlich für etwas gut, nicht unbe­dingt für den Betroffenen selbst und oft auch erst im Rückblick. Im Laufe der Zeit, auch weit über die Zeit des ein­zelnen Men­schen hinaus, wird möglicherweise ein Sinn und ein Zu­sammenhang des Geschehens erkennbar, den es von vorn­herein schon hatte oder im nachhinein doch noch gewonnen hat.

Siehe auch Impuls vom 1. April 2020 – „Die Welt nach Corona“.