20.9.2020

Aus Gottes Hand stammt die Schöpfung und die Hand des Menschen wird schöpferisch im Schreiben

Helga Maria Kemper und Doris Hanhart haben unter dem Titel „Heilendes Schreiben“ eine beeidruckende Homepage erstellt. – https://www.heilendes-schreiben.de/index.html

Inmitten medialer Reizüberflutung greifen Menschen wieder zu Stift und Papier und entdecken die heilende Kraft des Schreibens. Vielleicht können auch Sie die Erfahrung machen, dass „Schreiben ein Verlangsamen dessen ist, was wir denken und ein behutsames Schöpfen aus dem, was wir in der Verlangsamung wahrnehmen.“

Sie können schreibend etwas über sich erfahren. Es kann sein, daß Sie auf innere Kräfte, innere Weisheit treffen, die Sie nicht vermutet hätten. „Heilendes Schreiben“ ist nicht als Therapie zu verstehen, sondern als Entfaltung der Seele.

Die Macht des geschriebenen Wortes wird dadurch sichtbar, daß totalitäre Staaten bestimmte Bücher verbieten. Das Wort wird fast noch mehr gefürchtet als bewaffneter Widerstand. Das hat alles nur Sinn, wenn das Gedruckte nicht einfach tot ist, sondern als gelesenes Wort lebendig ist mit einer Auswirkung, der sogar Zerstörung, aber auch Heilung zugetraut wird.

Handschrift verändert den Schreiber und seine Gedanken. Der Stift wird zur Verlängerung der Hand. Beim Schreiben mit der Hand geht es um mehr als nur eine Art, Buchstaben auf das Blatt zu bringen. Es erfordert alle Sinne. Das sorgfältige Schreiben von Hand wird zum Abbild des sorgfäligen Denkens im Kopf. Kinder, die flüssig mit der Hand schreiben, aktivieren andere und mehr Hirnareale als beim Tippen einzelner Buchstaben. Beim Schreiben mit verbundener Handschrift erlernen Kinder das Lesen. Die relative Langsamkeit des Vorgangs unterstützt die Gedankenfindung und fordert Konzentration.

Heute kommt eine Schöpfung des Menschen hinzu: das Digitale, das vom Begriff digitus – Finger gebildet ist. In der Technik bedeutet Digital, daß etwas mit einer begrenzten Zahl von Ziffern dargestellt ist.

Die Erfahrungen von Helga Maria Kemper und Doris Hanhart zeigen, daß die alte Schreibkunst nicht gestorben ist. Deshalb bieten sie aus der eigenen Erfahrung heraus die Begleitung für Menschen an, die sich schreibend auf die Suche nach sich selbst begeben.