20.9.2020

Aus Gottes Hand stammt die Schöpfung und die Hand des Menschen wird schöpferisch im Schreiben

Helga Maria Kemper und Doris Hanhart haben unter dem Titel „Heilendes Schreiben“ eine beeidruckende Homepage erstellt. – https://www.heilendes-schreiben.de/index.html

Inmitten medialer Reizüberflutung greifen Menschen wieder zu Stift und Papier und entdecken die heilende Kraft des Schreibens. Vielleicht können auch Sie die Erfahrung machen, dass „Schreiben ein Verlangsamen dessen ist, was wir denken und ein behutsames Schöpfen aus dem, was wir in der Verlangsamung wahrnehmen.“

Sie können schreibend etwas über sich erfahren. Es kann sein, daß Sie auf innere Kräfte, innere Weisheit treffen, die Sie nicht vermutet hätten. „Heilendes Schreiben“ ist nicht als Therapie zu verstehen, sondern als Entfaltung der Seele.

Die Macht des geschriebenen Wortes wird dadurch sichtbar, daß totalitäre Staaten bestimmte Bücher verbieten. Das Wort wird fast noch mehr gefürchtet als bewaffneter Widerstand. Das hat alles nur Sinn, wenn das Gedruckte nicht einfach tot ist, sondern als gelesenes Wort lebendig ist mit einer Auswirkung, der sogar Zerstörung, aber auch Heilung zugetraut wird.

Handschrift verändert den Schreiber und seine Gedanken. Der Stift wird sozusagen zur Verlängerung der Hand und des Gehirns; denn das Schreiben mit der Hand verlangt mehr, als nur Buchstaben aufs Papier zu bringen. Es erfordert alle Sinne. Akkurates Schreiben mit der Hand spiegelt geordnete Bahnen des Denkens wider.

Ursula Scheer formuliert in ihrem Bericht „Finnland ohne Schreibschrift – Schreibst du noch, oder tippst du schon?“ in der F.A.Z. vom 14. Januar 2015: „Die relative Langsamkeit des Vorgangs unterstützt die Gedankenfindung und fordert Konzentration, nicht nur bei Kindern.“

Heike Schmoll schreibt in ihrem Kommentar „Schreibenlernen – Arme Sprache“ in der F.A.Z. vom 17. Januar 2015: „[...], dass Kinder, die flüssig mit der Hand schreiben, andere und mehr Hirnareale aktivieren als beim Tippen einzelner Buchstaben. […] Stutzig macht auch, dass Studenten, die mit der Hand mitschreiben, erwiesenermaßen besser lernen, als wenn sie ihre Notizen in den Computer tippen. Offenbar gibt es auch Indizien dafür, dass Kinder beim Erlernen einer verbundenen Handschrift leichter Lesen lernen.“

Der vom lateinischen Substantiv digitus = Finger abgeleitete Begriff „Digital“ bedeutet in der Technik eine Darstellung mit einer begrenzten Anzahl von Ziffern.

Die Erfahrungen von Helga Maria Kemper und Doris Hanhart zeigen, daß die alte Schreibkunst nicht gestorben ist. Deshalb bieten sie aus der eigenen Erfahrung heraus die Begleitung für Menschen an, die sich schreibend auf die Suche nach sich selbst begeben.