16.8.2019

Brot für den Tag 12

In derselben Stunde erschienen die Finger einer Menschenhand und schrieben etwas auf die weißgetünchte Wand (Dan 5,5)

Freitag 21.4.1989

Vermutlich erginge es uns ähnlich wie dem König Belschazzar, wenn plötzlich an der Wand unseres Zimmers eine Hand in Leuchtschrift eine Botschaft hinterließe. Vermutlich schlotterten auch uns die Knie, erbliche unser Gesicht und gerieten wir in Angst und Schrecken (vgl. Vers 6). Der König läßt es sich viel kosten, zu erfahren, was die Schrift bedeutet: Der Deuter wird in Purpur gekleidet, er bekommt eine goldene Kette und herrscht als Dritter im Reiche (Vers 7). Der König kann sich beruhigen; denn er erfährt von einem Mann, der die Schrift deuten kann.

Vermutlich sehen wir die Schriftzeichen in unserem Leben nicht immer so deutlich. Obwohl alles in unserem Leben davon abhängt, zu verstehen, was uns gesagt sein soll. Oft erkennen wir es erst hinterher und sagen: Ich habe es doch geahnt; dieses und jenes war eine Vorwarnung. Aber wir erkennen die Zeichen nicht recht und gehen der Ahnung nicht nach, ja wir verleugnen sogar das, was wir gesehen haben.

Am deutlichsten ist das, wenn es um die Hinweise geht, die unser Lebensende betreffen. Viele Geschichten und Märchen erzählen, daß ein Mensch mit Gott vereinbart, Gott möge ihn vorwarnen, wenn es mit dem Leben auf Erden zu Ende gehe. Gott verspricht, ihn zu warnen und tut es auch, aber der Mensch übersieht die Zeichen oder beschäftigt sich nicht weiter mit ihnen. Dann stirbt der Mensch nach seiner eigenen Meinung ganz plötzlich und beschwert sich bei Gott. Und Gott weist ihn auf all das hin, was er übersehen hat.

Können wir es besser?

Gebet:
Heiliger Gott, du willst uns nicht in Unkenntnis lassen über deinen Willen. Du setzt uns Zeichen auf unserem Lebensweg, damit wir erkennen, wie es um uns steht. Gib uns die Bereitschaft, uns deinem Willen zu unterwerfen, damit wir die vollkommene Freude finden. Amen.