21.8.2019

Brot für den Tag 14

Ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat (Ps 66,16)

Sonntag 22.4.1990

Haben Sie schon oft gehört, daß ein Mensch zu Ihnen sagte: „Ich will dir erzählen, was er mir Gutes getan hat?“ Hören wir nicht viel öfter: „Hast du schon gehört, was der oder die angestellt hat?“? Verhalten nicht auch wir uns so?

Das Zitat ist aus einem Gebet des Alten Testamentes, eine Zeile aus einem Psalm. Dieser Psalm trägt in der Einheitsüber­setzung den Titel „Dank für Gottes Rettungstaten!“

Da ist ein Mensch in Not; er ruft mit lauter Stimme zu Gott. Er wird erhört und kann Gott preisen (Vers 17). Das möchte er aber nicht alleine tun. So stiftet er an zum Lobpreis.

Dieser Mensch in Not kommt auf die Idee, zu Gott zu rufen. Er hat das Vertrauen, daß die Bedrängnisse nicht übermächtig sind. Mächtiger ist Gott, der erhält am Leben (Vers 9).

Der Beter traut Gott sogar zu, daß er selber in Bedrängnisse führt (Vers 11). Aber das tut er dann nicht aus Schikane, sondern um ihn zu prüfen, so wie Silber geläutert wird im Feuer (Vers 10).

Die Not des Beters war nicht gering: Menschen schritten über seinen Kopf hinweg. Er hatte es wohl mit Widersachern zu tun, „die über Leichen gehen“. Er ging durch Feuer und Wasser (Vers 12); beides kann auf gegensätzliche Weise zerstören. Aber das war nicht tragisch; denn er wußte um Gott, der gleichsam mit ihm „durch dick und dünn geht“, und der hinausführt in die Freiheit.

Ob der Tag uns Zeit läßt, solchen Erfahrungen nachzuspü­ren und sie mit anderen zu besprechen?

Gebet:
Gott, du mein Leben und meine Freiheit. Hilf mir in jeglicher Not, dich nicht aus dem Auge zu verlieren und in dir den Ret­ter zu erkennen.