28.8.2019

Brot für den Tag 18

Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet (Joh 2,5)

Donnerstag 26.4.1990

Wie schwer ist es zu erkennen, worauf es im Leben ankommt. Wie vieles gaukelt uns Wichtigkeit vor.

Wir hören viel und hören auf alles. Eines aber nur ist wichtig: Gottes Wort der Wahrheit. Um das zu hören, müßten wir Hörende werden, Horchende bis in den Traum hinein. Es müßte uns nach diesem Wort verlangen wie nach der Luft zum Atmen und wie nach Speise und Trank als Nahrung.

Vielleicht wollen wir dieses Wort nicht hören, weil wir nicht bereit sind, ihm zu folgen. Dabei könnte uns nichts Besseres geschehen. Denn was ist erstrebenswerter im Leben, als in der Gottesliebe vollendet zu sein.

In der Welt mag es töricht sein, nach Gottes Wort zu leben. Viele meinen, dabei zu kurz zu kommen. Und das Angebot der Welt ist verführerisch. Aber die Welt und alles, was in ihr ist, vergeht. Gott aber bleibt.

Wenn ich diese Zusammenhänge einsehe, dann muß ich mir Mühe geben, Gottes Wort zu hören. Dann muß ich erkunden, wo mir die Botschaft von Gott vermittelt wird. Das wird nicht an den lauten Plätzen der Welt geschehen; denn Gottes Botschaft drängt sich nicht auf. Er ist die „Stimme verschwebenden Schweigens“, wie Martin Buber es formuliert.

Die Heiligen sind in die Einsamkeit der Wüste oder einer Höhle gegangen. Sie haben sich lange zurückgezogen, bis sie sich fä­hig fühlten, in seinem Wort zu leben und sein Wort anderen mitzuteilen. Ob es nicht möglich ist, jeden Tag Minuten der Stille zu schaffen? Es geht darum, nicht nur Ruhe zu haben, sondern selbst Ruhe zu sein.

Gebet:
Du Gott der Wahrheit. Mach mich bereit, dein Wort zu hören und gib mir die Kraft, es auch im Leben zu tun. Laß mich dein Wort halten, damit ich in deiner Liebe wahrhaft vollendet werde.