29.8.2019

Brot für den Tag 19

Wer aber seinen Bruder haßt, ist in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht (1 Joh 2,11)

Freitag 27.4.1990

Wer sündigt, lebt in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht. Wer seinen Bruder haßt, sündigt, die Finsternis hat sein Auge blind gemacht. Wer seinen Bruder liebt, lebt im Licht.

Wer sündigt, schadet am meisten sich selbst. Er macht sich blind. So sprechen wir vom blinden Haß und von blinder Wut. Durch die Sünde manöveriere ich mich selbst in die Finsternis und tappe im Dunkeln.

Durch seinen Haß will sich der Mensch Befriedigung verschaf­fen. Aber er erreicht das Gegenteil. Die Liebe dagegen würde beiden helfen, dem Geliebten und dem Liebenden. Es wäre ein Wandeln im Licht, ein Stück Himmel auf Erden. Warum sind wir so kurzsichtig?

Vom ersten Brüderpaar wird es überliefert, und jeder kennt es aus seinem Leben: Der Vergleich mit anderen macht mir zu schaffen. Wie glücklich könnte jeder sein mit dem, was er hat; es sei denn, es ist Not und zu wenig zum Leben. Was aber kann uns erfreuen, das wir nur erwerben, weil es auch der andere hat.

Wie oft werden Dinge uns erst wieder wertvoll, wenn sie ein anderer haben möchte, obwohl wir sie lange nicht beachtet haben. Schon Kinder können lange Zeit ein Spielzeug vernach­lässigen, und sie entbehren nichts. Wenn aber die Mutter etwas von dem Spielzeug abgeben will, dann wird es plötzlich wieder wichtig. Wie sehr tappen wir da im Finstern!

Gebet:
Heiliger Gott, du Gott der Liebe, hilf uns zu lieben. Laß uns nicht neidisch sein auf unseren Nächsten; laß uns vielmehr die Reichtümer in unserem eigenen Leben entdecken. Erfülle uns mit deiner Liebe.