3.10.2019

Brot für den Tag 39

Ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter (Ez 3,17)

Donnerstag 21.10.1993

Es ist eine besondere Aufgabe für Ezechiel, Wächter zu sein. Eine Stadt bezahlt einen Wächter, wenn sie Angst hat, daß ein Fremder eindringen könne. Der Wächter soll nach einem heran­nahenden Feind Ausschau halten und gegebenenfalls in die Po­saune stoßen, um dessen Auftauchen zu verkünden. Der Posau­nenstoß macht die Einwohner auf die drohende Gefahr aufmerk­sam. Wer sich außerhalb der Stadt aufhält, wird deren schüt­zenden Mauern aufsuchen. Wer unaufmerksam ist und den warnen­den Posaunenstoß nicht ernst nimmt, darf nicht den Wächter dafür verantwortlich machen. Dieser hat seine Pflicht getan. Schlimm ist es, wenn der Wächter schläft und das ver­einbarte Zeichen nicht geben kann.

Unter den Tieren bezeichnet man den Kranich, der auf einem Bein steht und sich einen Stein in die Krallen des angezoge­nen Beines steckt, als Wächter. Wenn er einschläft, fällt der Stein zu Boden und weckt ihn.

Nicht alle können zu jeder Zeit wachen, aber stellvertretend finden sich immer wieder Wächter. So lernen schon die Kinder im Zeltlager beim Wacheschieben, Verantwortung zu übernehmen. Meist hilft ein warmes Lagerfeuer bei dieser Aufgabe.

Beim Ewigen Gebet halten wir Christen Tag und Nacht Anbetung, gleichsam als Wächterdienst; tagsüber in den Pfarrgemeinden und nachts in den Klöstern.

Wer wacht für uns, für wen wachen wir?

Gebet:
Gott, stelle uns Wächter an unseren Weg, und wenn wir selbst diese Aufgabe für andere übernehmen sollen, dann mach uns aufmerksam und bereit zu diesem Dienst.