Heiliger Benedikt Joseph Labre

15.2.2020

Brot für den Tag 58

Das kleinste ... wird größer als alle anderen Gewächse (Mk 4,32)

Dienstag 30.7.1996

Wieviele Menschen leiden unter der Sorge, zu wenig zu tun, es müs­se immer noch mehr sein, und für Gott sei nichts gut genug. So tun viele mehr als sie können und auch als sie müssen, statt mit ihrem Maß zufrieden zu sein; denn Gott liebt das Kleine. Um uns zu ermu­tigen, hat er sich in Jesus selbst klein gemacht.

Die Sorge, immer groß sein zu müssen, will uns Jesus mit dem Gleichnis vom Senfkorn nehmen. Wir müssen nur diesem kleinsten aller Samenkörner etwas zutrauen. Es kann groß werden und Schatten geben und den Vögeln eine Heimat sein.

Jesus möchte uns auch in unserem Leben Vertrauen in das Kleine und Geringe lehren. Allem Großen gegenüber müßten wir mißtrauisch sein; denn Jesus sagt, daß wir so klein wie die Kinder sein müs­sen, um das Himmelreich zu erlangen.

Wir leben in einer Zeit der Superlative: immer höher, immer wei­ter, immer größer, immer schneller ... Ohne Doping geht es dann nicht mehr. Manche sehen darin den Versuch, wie Gott zu sein. Wenn 100 Meter auf der Rennbahn immer noch schneller gelaufen werden, dann geht die Hoffnung dahin, diese Strecke eines Tages in 0 Se­kunden zu bewältigen und so gleichzeitig am Start und am Ziel zu sein. Das aber kann nur Gott in seiner Allgegenwart. Es gilt, uns zu bescheiden mit dem, was zu uns gehört, und zu erkennen, welche Be­friedigung auch im Kleinen und Langsamen liegt.

Jesus macht uns mit seinem Gleichnis Hoffnung, wenn wir verzwei­felt darüber sind, daß sich Gottes Reich so wenig durchsetzt und so klein und fast verborgen ist. Wir müssen Geduld haben, was noch daraus werden kann. Das gilt auch für unser Leben. Wir sollten Mut haben zu den kleinen Schritten. Vorbild kann uns die kleine hei­lige Theresia vom Kinde Jesu sein oder der „Heilige des Schei­terns“, der hl. Benedikt Joseph Labre. Nichts wollte ihm gelingen, keinen Beruf konnte er erlernen und kein Or­den behielt ihn, und doch verehren ihn die Menschen als Heiligen.

Gebet:
Großer Gott, du liebst das Kleine und erhöhst es, wenn es ganz auf dich vertraut. Laß uns Vertrauen haben, daß wie das Senfkorn das Kleine auch in uns groß wird vor dir.