4.6.2020

Brot für den Tag 71

Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen ... (Joh 7,17)

Montag 27.7.1998

Bei Johannes heißt der Satz weiter: „... ob diese Lehre von Gott stammt, oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.“ (Joh 7,17) Jesus war ganz und gar bereit, den Willen Gottes zu tun. Er hat gesagt: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.“ (Joh 4,34)

Als Menschen möchten wir gerne unseren eigenen Willen haben und tun und lassen, was wir wollen. In meiner Kindheit war das sehr stark ausgeprägt. Im Laufe meines Lebens aber habe ich immer mehr eingesehen, daß es für mich das Beste ist, das zu tun, was Gott von mir will; denn er will wirklich nur mein Bestes. Eltern sagen häufig: „Wir wollen nur euer Bestes!“ Die Reaktion ihrer Kinder spiegelt sich wider in dem Graffiti: „Und gerade das bekommt ihr nicht!“ Eltern sind auch von ihren eigenen Vorstellungen geprägt in bezug auf das, was ihre Kinder tun und lassen sollen. Aber von Gott dürfen wir erhoffen, daß er für uns das will, was uns und unserer Berufung entspricht.

Märchen stammen aus der Zeit „als das Wünschen noch geholfen hat“. Häufig berichten sie von Wünschen der Menschen, die sich nicht erfüllten, weil die Menschen sie falsch formuliert haben. Hätte ich einen Wunsch frei, wünschte ich mir, Gottes Willen für mich zu erkennen und ihn dann auszuführen. Das aber bedeutet, immer mein Ohr an Gottes Mund zu haben.

Oft enthält mein Bittgebet den Wunsch „mein Wille geschehe“. Aber kommt es dann anders, bin ich froh; denn die Erfüllung meines Wunsches wäre in die Irre gegangen. Jesus hat uns die Erfüllung unserer Bittgebete verheißen, wenn wir in seinem Namen bitten (vgl. Joh 14,13), dann wird er uns gewähren, was wir erbitten; denn im Blick auf Jesus erbitten wir nur das Richtige.

Gebet:
Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Laß mich einsehen, daß es so das Beste für rnich ist.