26.7.2019

Brot für den Tag 8

Versuch es doch einmal zehn Tage lang mit deinen Knechten! Laß uns nur pflanzliche Nahrung zu essen und Wasser zu trinken geben! (Dan 1,12)

Montag 17.4.1989

Ist es heute denkbar, daß Christen von der Art und Weise ihrer Ernährung ihre Beziehung und ihr Verhältnis zu Gott abhängig machen? Bei Katholiken war bis vor wenigen Jahren das Freitagsgebot als Verzicht auf Fleischspeisen ein wichtiger Punkt ihrer religiösen Praxis. Aber dieses Gebot hat die Kirche umgewandelt in ein allgemeines Freitagsopfer, das auch im Verzicht auf Fleisch gebracht werden kann. Zudem gab es zuvor schon viele Ausnahmen, wo nicht auf Fleisch verzichtet zu werden brauchte. Das Buch Daniel berichtet nun gleich im ersten Kapitel, daß junge Männer an der königlichen Tafel speisen dürfen (Vers 5), dies aber nicht annehmen wollen, weil die gebotenen Speisen sie unrein machen würden (Vers 8). Daniel und seine Freunde finden Nachsicht und Wohlwollen beim Oberkämmerer, und sie können seine Sorge beseitigen, daß pflanzliche Nahrung und Wasser ihrer Gesundheit schade (Vers 9,10). Gott ist mit Daniel und seinen Freunden, und er läßt sie allen anderen überlegen sein (Vers 17,19).

Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, welchen Einfluß unsere Nahrung auf unser Leben hat. Es entsteht ein Bewußtsein dafür, daß durch falsche Ernährung unser Leib krank werden kann. Die Medizin wird dann zur täglichen Nahrung, statt daß unsere Speise unsere Medizin ist. Aber darüber hinaus beeinflußt unsere Nahrung auch unseren Geist und unsere Seele. Es lohnt sich sehr, darüber nachzudenken, was wir essen, wann und wie oft wir essen, warum und wie wir essen. Eine Antwort auf diese Fragen kommt uns leichter, wenn wir unsere eingefahrenen Eßgewohnheiten hier und da mit einem Heilfasten verbinden.

Gebet:
Gott, du Schöpfer unseres Lebens, du weißt, was wir brauchen und schenkst uns unser tägliches Brot. Hilf uns zu sehen, was uns guttut, damit wir gesund leben und das Heil erlangen. Ob wir essen oder trinken oder etwas anderes tun, wir wollen alles tun zu deiner Verherrlichung (vgl. 1 Kor 10,31). Amen.