11.9.2020

Brot für den Tag 82

Und er wurde vor ihren Augen verwandelt (Mt 17,2)

Freitag 10.9.1999

Ein beeindruckendes Erlebnis muß es für die Jünger gewesen sein, Jesus so auf dem Berg Tabor zu erleben, und es ist verständlich, daß Petrus dieses Erleben festhalten will.

Jesus ermöglicht und schenkt dieses Erleben, aber er geht mit den so Bereicherten auch den Berg wieder hinunter.

Die Tatsache, daß diese Begebenheit im Evangelium vorösterlich eingeordnet ist, bringt zum Ausdruck: Jesus will uns Mut machen für den kommenden Kreuzweg. Es gibt eine Verwandlung. Ein Vorgeschmack davon ist das Erlebnis auf dem Berg Tabor.

Solche Taborstunden mag schon mancher erfahren haben. Meistens handelt es sich nicht einmal um Stunden. Aber das Angerührtsein vom Ewigen erscheint fast wie eine Ewigkeit. Solche Erfahrungen sind Kraftquellen für den Alltag. Im Buddhismus gilt der Spruch: „Vor der Erleuchtung Holz hacken und nach der Erleuchtung Holz hacken.“ Das heißt aber auch, beim Holzhacken offen und bereit sein für ein solches Geschenk. Dann hat das weitere Holzhacken eine andere Qualität. Es geschieht aus dem neuen Wissen heraus, daß das Leben nicht nur aus Holzhacken besteht, es aber doch vollbracht werden muß.

Menschen, die so etwas erfahren haben, leuchten von innen heraus. Dieses Leuchten kann man Weisheit nennen. Solche Weisen erfahren das, was Jesus vom sanften Joch und der süßen Last gesagt hat (vgl. Mt 11,30). Es kommt nicht darauf an, was ich tue, sondern wie ich es tue.

Gebet:
Gott, du Glanz der Ewigkeit, schenke mir die Erfahrung deiner Gegenwart. Laß mich immer wieder schon auf Erden etwas von deinem Glanz erfahren, damit ich mit einer Hoffnung unterwegs bin.