7.4.2021

Brot für den Tag 95

„Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ (2 Kor 5,17)

Montag 27.10.2008

Die Theologie sieht das In-Christus-sein und die neue Schöpfung in der Taufe verwirklicht. Daher hielten die ersten Christen das Bußsakrament für unnötig; denn sie konnten sich nicht vorstellen, daß jemand aus diesem In-Christus-sein herausfallen könnte. Später mußte die Kirche erkennen, daß nicht alle Christen gemäß der neuen Schöpfung lebten. Diesen Sündern bot sie das Bußsakrament an, das damals auch „Zweite Taufe“ genannt wurde.

Auch heute noch sind Menschen von der Vorstellung erfüllt, ohne Sünde leben zu können. Da sie als Kinder ungefragt getauft wurden, bedürfe es, wie sie meinen, nur einer „Zweiten Bekehrung“, das heißt einer bewußten Entscheidung für Christus. Sie verweisen dabei auf die Heiligen, die sich nach einem sündigen Leben bekehrten und als heilige Menschen lebten. Beim heiligen Paulus, dem Verfasser des Korintherbriefes, könnten sie lernen, daß er auch nach dem Damaskuserlebnis, als er sich zum Herrn bekehrt hatte, der Barmherzigkeit Gottes bedurfte. Paulus schreibt: „Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, daß dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.“ (2 Kor 12,7-9) Wir könnten auch übersetzen: „Der Stachel ist deine Gnade!“

Wir bedürfen immer wieder der Gnade und Barmherzigkeit Gottes; denn nicht aus eigener Kraft können wir eine neue Schöpfung sein.