16.2.2021

Bußgottesdienst zum Thema: Dornen und Disteln

 

Zu Beginn: GL Lied 427,1+2 (Vor allem Bösen uns bewahr, ...)

Kreuzzeichen und Begrüßung

Die Jünger fragten Jesus: „Woher kommt dann das Unkraut?“
Er antwortete: „Das hat ein Feind von mir getan.“ (Mt 13,27f)
Wer von uns möchte nicht auch oft so fragen?
Aber wir werden auch auf den bösen Feind verwiesen. Dieser aber ist nicht nur außerhalb von uns, sondern auch mitten in uns.
Die Rosenzweige mögen uns Symbol für Dornen, Disteln und „Unkraut“ sein, ein Bild für das Böse in unserem eigenen Leben.

Gebet:
Lasset uns beten:
Heiliger Gott, gütiger Vater,
Du hast die Welt geschaffen, und sie war gut.
Wir erleben in ihr das Böse.
Wir erleben in uns das Böse.
Hilf uns, das Böse in uns zu erkennen und es zu überwinden.
Das bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lesung: Mt 13,27-28
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten:
Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Laßt beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Besinnungsfrage:
Was halte ich im Garten meines Lebens für Unkraut?
Verwechsele ich es vielleicht mit einem Heilkraut?
Was habe ich in mir verteufelt, so daß es mich wie ein Teufel verfolgt?

Lesung: 2 Kor 12,7-10
Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, daß dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Mißhandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Besinnungsfrage:
Was ist mein Stachel im Fleisch?
Welche Angst oder Ohnmacht bewahrt mich vor Überheblichkeit?
Sehe ich in meinen Ängsten eine Prüfung oder vielleicht sogar eine Gnade Gottes?
Bäume ich mich dagegen auf?
Verbittern mich meine Schicksalsschläge?
Habe ich mich schon auf die Erfahrung eingelassen, daß Gott mir gerade in der Schwachheit nahe ist und mich stärkt?

Lesung: Mt 13,7. 22
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Später erklärte Jesus seinen Jüngern diesen Gedanken und sagte: In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.

Besinnungsfrage:
Haben meine Sorgen mich daran gehindert, die gute Nachricht aufzunehmen, die ich in jedem Gottesdienst vernehmen kann? Diene ich mehr dem Geld als Gott?
Kreisen meine Gedanken öfter um Zukunftssicherung als um all das Gute, was Gott uns schenkt?

Lesung: Gen 3, 17-19a
Zu Adam sprach Gott: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln läßt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes mußt du essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.

Besinnungsfrage:
Nach dem Sündenfall wird der Ackerboden verflucht.
Wo trage ich selbst dazu bei, daß die Erde unbewohnbar wird?
Wo vergifte ich das Wasser?
Wo verpeste ich die Luft?

Lesung: Ex 3, 1 b-5a
Eines Tages trieb Mose das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, daß Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

Besinnungsfrage:
Der ärmliche Dornbusch kommt zur Ehre der Gegenwart Gottes. Warum hat Gott nicht einen edleren Baum erwählt? Will Gott damit den Fluch der Dornen und Disteln mildern? Erkenne ich, daß es auf Erden keinen Platz gibt, wo Gott nicht anwesend ist? Erkenne ich, daß in der Sünde nur ich Gott fern bin, er mir jedoch nicht?

Lesung: Mt 27,28-30

Sie zogen Jesus aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, König der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihm damit auf den Kopf.

Besinnungsfrage:
Jesus trägt die Zeichen des Fluches und der Gegenwart Gottes auf seinem Haupt. All das für meine Sünden?

Dornige Pflanzen
bringen häufig wunderbare Blüten hervor, oft erst nach Jahren, manchmal nur für eine Nacht.
Trotz Dornen schlummern in jedem Menschen verborgene Blüten, Kräfte der Liebe, auch wenn man außen nur Dornen sieht. Habe ich die nötige Geduld, auf die Blüte zu warten, vor allem bei anderen?
Schaue ich bei einem Menschen, dessen grantige Art mich verletzt, ins Verborgene, um ihm gerecht zu werden?

Dornenhecken
Habe ich eine Dornenhecke um mich aufgebaut?
Lasse ich niemanden an mich heran?
Habe ich mich eingeigelt?
Kann ich Kritik vertragen?
Reagiere ich in Konflikten oft aggressiv oder beleidigt?
Toleriere ich ein Stück Dornenhecke zwischen mir und anderen, weil sie eine schwache Stelle schützen kann?
Knospen am Dornenzweig
Mitten in den Dornen wachsen neue Knospen, die sogar ausschlagen, wenn ich sie ins Wasser setze.
Sie sind dann Zeichen der Hoffnung mitten im Leid.

Lied GL 289,1

Vergebungsbitte
Da Gottes Liebe keine Grenzen kennt und er unseren Willen zur Umkehr sieht, erbarme er sich unser.
Der allmächtige und barmherzige Gott lasse uns die Sünden nach und führe uns ins ewige Leben. Amen.

Gehet hin in Frieden!

Lied GL 289, 5-7