20.5.2020

„Das Handy wird zum Körperteil

Erkenne dich selbst – das ist eine alte Losung. Die neue Losung heißt: Erkunde dich selbst! Das Smartphone übernimmt das. Es kontrolliert unseren Schlaf, den Blutdruck, Lungen- und Herzfunktionen. Der Maschinenmensch rückt näher. Ein Selbstversuch.“

Unter dieser Überschrift beschrieb Melanie Mühl in der F.A.Z. vom 14. September 2012 die Entwicklung der Beziehung des Menschen zum Handy.

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„Der vermeßbare Mensch“ ist nicht neu, wohl aber die Tatsache, daß er die rundum Vermessung mittels modernster Technik selbst erledigen kann. Er verwächst immer mehr mit der Maschine mit dem Ziel der absoluten Beherrschung seiner selbst durch das Sammeln von Zahlen. „Erkenne dich selbst – durch Zahlen“. Ob das Leben dadurch glücklicher wird?

Unsere innere Stimme ist auf stumm geschaltet und das Bauchgefühl ausgeschaltet.

Man hat den Eindruck, daß der Mensch, nachdem er den aufrechten Gang erreicht hat, sich nun durch sein ständiges Schauen auf das Handy oder Smartphone zurückentwickelt und sich wieder dem nach vorn gebeugten Gang unserer Vorfahren annähert.

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Das Zeichen „@" heißt im Spanischen arroba. Es ist ein altes Gewichtsmaß von etwa 12 bis 13 Kilogramm und ein altes Hohlmaß für circa 13 Liter Öl oder Wein, das sich noch hier und da auf alten Fässern findet. Es kommt ursprünglich aus dem Arabischen (Ar-roub = Viertel) und ist heute ein Symbol der vernetzten Welt. Es steht zwischen dem Namen oder Pseudonym des Email-Adressaten und dem Server, auf dem dieser angemeldet ist. So stellt es in gewisser Weise eine Trennung zwischen Mensch und Maschine dar.

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Wer an die Reinkarnation des Menschen glaubt, muß fast annehmen, daß er mit einem angewachsenen Handy wieder auf die Welt kommt. Dagegen aber spricht, daß allein in Deutschland geschätzt jährlich 22 Millionen neue Smartphones gekauft, aber auch entsprechend viele entsorgt werden. Ein „Statussymbol“ unserer Wegwerfgesellschaft...!?

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Unter der Überschrift „Was darf künstliche Intelligenz?“ veröffentlichte die Katholische Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART Nr. 10/2020 vom 8. März 2020 Überlegungen zu den Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI).

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Unter der Überschrift „Geist in der Maschine?“ veröffentlichte Simon Lukas in der Katholischen Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART Nr. 16/2020 vom 19. April 2020 weitere Überlegungen zu den Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI).

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Siehe auch Impuls vom 4. Juni 2019 „Angst vor der Künstlichen Intelligenz (KI)“.