15.3.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Paradoxe des Lebens

Wenn ich auf die 85 Jahre meines Lebens zurückschaue, dann war es „ganz schön schwer“, oder etwas anders ausgedrückt ein „Fasci­no­sum et Tremendum – fas­­zi­nierend und zugleich er­schreckend“ (Rudolf Otto 1869-1937).

Ich habe mich schon als Kind gewundert, warum man „ganz schön schwer“ oder „ganz schön weh“ sagt. Vielleicht spürten die Menschen bei diesen Worten etwas, was ich erst später gelernt habe, und zwar daß das Leben paradox ist; denn es ist ein „Sowohl als auch“. In meinem Alter gilt es nun, mir noch intensiver bewußt zu werden, daß beides zusammengehört: Freude und Leid, Leichtes und Schweres.

Ich habe gelernt, mich mit dem Leiden und dem Schweren auszusöhnen, und bin für manche negative Erfahrung sehr dankbar, weil sie meinem Leben einen Weg bereitet hat, auf den ich selbst nicht gekommen wäre. Ich bin eine Zeitlang auf vorgegebenen Pfaden gegangen, aber „Wer aus der Bahn geworfen wird, findet seinen Weg“, und diesen habe ich mit Gottes Hilfe gefunden. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Siehe auch Themenfeld „Paradox“.