André Gide

14.3.2020

Samstag der 2. Fastenwoche - Der dritte Sohn

Das heutige Evangelium berichtet vom Weg, der in die Ferne führt. Einen solchen Weg hat ein Sohn beschritten, nachdem er sein Vaterhaus verlassen hatte. Zurück blieb sein Bruder. (Lk 15,1-3.11-32)

Der französische Schriftsteller André Gide (1869-1951) greift dieses Gleichnis in der Parabel „Le retour de l’enfant prodigue – Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ auf und läßt außer der Mutter noch einen weiteren Bruder auftreten, einen kleinen, der noch brav zuhause lebt und darüber nachdenkt, ob er mehr dem einen oder eher dem anderen Bruder zugeneigt ist, ob er auch weglaufen oder zuhause bleiben soll.

Wem sind wir mehr gewogen? Dem einen oder dem anderen? Vermutlich entsprechen beide nicht dem Bild, das wir von uns haben, und auf Grund dieser vertrackten Situation mag es manche vielleicht trotz innerer Widerstände zu der Rolle des verlorenen Sohnes führen, weil ihnen die kleinkarierte Art des anderen überhaupt nicht behagt.

Wie würde ich mich entscheiden?

Link zu „DIE HEIMKEHR DES VERLORENEN SOHNES“ mit dem „Spiegelungstext“ von André Gide ab Seite 105