15.5.2022

 

 

Der Mensch schuf das Fenster

Der Steinzeitmensch konnte nur in der Höhle überleben. Er brauchte Schutz vor Kälte, Hitze, wilden Tieren und Feinden. Die Bewohner verfügten über ein Schlupfloch, durch das Licht und Luft eindringen konnten.

Fenster waren ursprünglich Löcher. Wer kein Geld für Scheiben hatte, mußte tagsüber bei offenem Fenster leben und die Öffnung nachts verschließen.

Mit dem Wunsch nach Blickkontakten wurden die Fenster immer größer. Die Römer kannten schon Fensterverglasung. Es waren gegossene kleine, milchig-grüne Scheiben, die man zusammensetzte. Später gelang es, die Kunst des Glasschmelzens so zu veredeln, daß man auch große Flächen fertigen konnte.

Die Epoche des gotischen Kirchenbaus war eine Sternstunde für Glasmacher und Fensterbauer. Die Glasfenster der Kathedrale von Chartres könnten heute nicht mehr so hergestellt werden wie zur damaligen Zeit.

 

 

 

 

 

 

Heute ist eine Glasfassade keine Seltenheit mehr. Man fragt sich aber, wieviel Wandfläche darf das Fenster für sich beanspruchen, und wieviel uneingeschränkte Kommunikation von innen nach außen kann der Mensch überhaupt ertragen?