3.3.2022

Die Drei in der Fastenzeit

Die Ziffer Drei nimmt unter den Zahlen eine wichtige Rolle ein. Unter anderem steht sie auch mit Aspekten der Fastenzeit in Verbindung.

Wir kennen die drei Werke der Fastenzeit „Fasten, Gebet und Almosen“. Früher waren diese Werke auf die Stände verteilt. Die Ordenschristen in den Klöstern hatten viel Zeit für das Gebet. Almosen konnten die Besitzenden geben, den Armen aber blieb nur das Fasten. Heute ist es vielen Menschen möglich, alle drei Werke zu vollbringen.

Wichtig im Leben ist die Liebe. Es gilt, Gott zu lieben, den Nächsten und sich selbst. Es ist also nicht nur ein „Doppelgebot der Liebe“, wie man oft sagt, sondern es läßt sich veranschaulichen durch ein in guter Bewegung aufgehängtes „Dreifachmobile“, dessen Teile in einem harmonischen Miteinander schwingen. Diesbezüglich gilt dann das Gebet Gott, das Almosen unserem Nächsten und das Fasten uns selbst. Wer sich selbst nicht wertschätzt, kann auch andere nicht würdigen.

Es geht um eine Akzeptanz in allen Bereichen. Die Annahme unserer selbst sollte am Anfang stehen. Das gilt auch für den Feind in uns, die Seiten, die wir nicht wertschätzen und dann auf andere projizieren. Ein Problem in der Liebe besteht, wenn wir uns nicht lieben lassen können. Ein Beispiel dafür ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32).

Den Nächsten zu lieben wie sich selbst, gilt auch für den Feind. Zumindest sollte man ihn gelten lassen.

Eine Unterbelichtung findet man in manchen Staaten mit den Maximen „Dein Volk ist alles, Du bist nichts!“ oder „Gemeinwohl geht vor Eigennutz“. Der Gegenschlag ist heute vielfach ein Individualismus, der sich zum Beispiel in den zahlreichen Singlehaushalten zeigt. Auch ich lebe in einem solchen!