6.1.2023

Die Gaben der Drei Könige

Nach dem Matthäusevangelium waren es Sterndeuter aus dem Morgenland, die nach Bethlehem kamen, um Jesus zu huldigen, und ihm ihre Schätze Gold, Weihrauch und Myrrhe darbrachten (vgl. Mt 2,1-12). Da es drei Geschenke waren, vermutet man, daß drei Könige das Jesuskind anbeteten.

Im Rigveda dem ältesten indischen Text, heißt es: „Ich betrachte den als König der Menschen, der zuerst ein Geschenk darbrachte!“ Erfinder der Geschenke ist aber Gott selbst. Dadurch wird auch der Mensch fähig zu schenken, wie zum Beispiel die Drei Könige mit ihren Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Das alt-südarabische Wort für Gold heißt „aromatischer Stoff“. Weihrauch und Myrrhe sind Gummiharze, die beim Kult eine große Rolle spielen. Leider ist unser Geruchssinn nicht mehr so gut ausgeprägt, er gilt als der animalischste unter den Sinnen. Viktor Hugo (1802-1885) wußte noch: „Das Parfüm ist ein Hauch des Himmels!“

Myrrhe gehört zu den schon in vorbiblischen Zeiten genutzten Arzneimitteln und wurde bereits im alten Ägypten für besondere rituelle Anlässe verwendet. Sie hat einen etwas bitteren, scharfen, leicht sauren Geschmack mit einem süßen Unterton. Dieser Riech- und Räucherstoff eignet sich auch als Schmerzmittel. Im Markusevangelium heißt es vor Jesu Kreuzigung auf Golgota: „Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht.“ (Mk 15,23) Hildegard von Bingen (1098-1179) und Paracelsus (1493-1541) setzten Myrrhe unter anderem bei der Wundbehandlung ein.

Warum brachten die Drei Könige diese vielfach ausgedeuteten Geschenke? Vielleicht haben sie sich unbewußt an die himmlischen Düfte erinnert und wollten dem Jesuskind das Leben auf der Erde verschönen.

Siehe auch Themenfeld „Drei Könige“.