Dienstag der 5. Fastenwoche, 9. April 2019

Die Buche ist ein in ganz Mitteleuropa verbreiteter Laubbaum. Hochwüchsig und ausladend, licht- und doch schattenspendend vertritt sie das mütterliche Element. Man nennt sie auch „Königin des Waldes“. Ihr „Nachwuchs“ benötigt nur wenig Licht und gedeiht daher problemlos unter ihrem dichten Blätterdach. Obwohl sie ihrem „königlichen Stand“ entsprechend sehr beherrschend ist und andere Bäume in einem reinen Buchenwald kaum einen Lebensraum finden, gedeihen dennoch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten unter ihrem Dach. Ihr Holz eignet sich wegen der geringen Feuchteresistenz nur bedingt zum Hausbau, aber hervorragend zur Möbelherstellung. Auch als Brennholz ist es sehr gefragt. In Kohlenmeilern verwandelt es sich zu Holzkohle, und die Asche dient als Waschlauge und zur Felddüngung. Der Buchstabe war ursprünglich ein Buchenstab mit einer eingeritzten Rune.

Wozu diene ich?

Eiche und Buche als „Mann und Frau“ im Reichswald am Niederrhein
Eine Eiche und eine Buche waren im Reichswald im Jagen 150 zusammengewachsen, daher nannte man sie „Mann und Frau“. Die Eiche ging vor 1933 ein, dann sprach man von „Witwe Buche“. Inzwischen sind beide Bäume abge­storben. Heute gibt es in der Abteilung 98 des Forst­be­triebsbezir­kes Kranenburg noch eine mit einer Buche zusammengewachsene Eiche. Der ehemali­ge Forstbetriebsbeamte Werner Kruck kennzeichnete sie auf einer Tafel als „Jan en Grit“ = „Hänsel und Gretel“.

Siehe Aktuelles vom 6. Mai 2016 – Wie fanden „Mann und Frau“ zueinander?
und
Impuls vom 6. Oktober 2018 – Im Wald lebt alles, sogar der Tod.