21.2.2021

Ergänzung zum Impuls vom 21. Februar 2020 – Zu früh geboren werden – zu spät sterben

Siehe Zu früh geboren werden – zu spät sterben.

Dort heißt es unter anderem:

Einer talmudischen Geschichte zufolge erscheint, wenn ein Kind geboren wird, ein Engel und berührt dessen Stirn, auf daß es alles Wissen, mit dem es auf die Welt kommt, vergesse. Im Laufe des Erwachsenwerdens muß es alles neu erwerben, falls es nicht irgendwann zu bequem dazu ist oder durch widrige Umstände daran gehindert wird. Wir haben also durchaus die Chance, alt und weise zu werden.

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Die Idee, daß wir alles vor unserer Geburt wissen, hatte auch schon Platon (428/427- 348/347 v. Chr. G.). Wir tragen nicht nur alte Erinnerungen in uns, sondern unsere Seele, die bereits vor unserer Geburt und nach unserem Tod existiert, hat alles Wissen in sich. Im Laufe unseres Lebens aber verliert sich dieses Wissen, weil wir uns mehr und mehr den materiellen Lüsten des Lebens hingeben.

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Ich habe einen Beleg dafür gefunden, daß ich mit 14 Jahren schon etwas gewußt habe, was mir erst in letzter Zeit richtig bewußt geworden ist.

Am 17. März 1951 wurde ich aus dem verlängerten achten Schuljahr aus der Volks­schule entlassen. Ein Eintrag in meinem Religionsheft aus diesem Schuljahr, das mir jetzt wieder in die Hände fiel, enthält eine Aussage von mir, die mich sehr in Erstaunen versetzt hat.

Als Kinder hat man uns die Beziehung zu Gott vermittelt, als sei er unser Gegenüber. Vor allem im Alter wurde mir klar, daß er auch in uns ist. Auf die Frage: „Warum können wir Gott nicht sehen?“, fand ich die Antwort: „Weil er uns zu nah ist.“ Gott ist in uns, und wir sind in ihm.

Daß ich das schon als Jugendlicher gewußt habe, ließ mich erkennen, daß alles schon in uns ist, wir diesem aber die Möglichkeit bieten müssen, sich uns zu offenbaren, und daß wir nicht als Besserwisser behaupten sollten, es erfunden zu haben. Wir müssen Gottes Sprache erlernen um zu erfahren, wodurch er mit uns spricht.

Ein Professor, der meine Bücher über Polarität gelesen hatte, sagte mir während eines Besuches: „Wir Polaritätsforscher müssen zusammenhalten.“ Daraufhin fiel mir ein, daß ich mit 18 Jahren in Limburg, wo ich mein Abitur nachgeholt habe, in einer „Werkgemeinschaft“ einen kleinen Vortrag gehalten habe, in dem bereits Polarität ein Thema war.

All das zeigt mir, wie wichtig es ist, uns der Möglichkeiten bewußt zu werden, die uns Kontakt mit unserem Inneren aufnehmen lassen; denn das bedeutet auch, Kontakt mit Gott in uns zu finden.