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23.5.2022

Etwas tun oder stillhalten?

Ergänzung zu Der Weise tut nichts und es bleibt nichts ungetan (Zen-Spruch)

Oliver Kahn erlebte eine sportliche Niederlage. Er war erstaunt, durch Nichtstun Anerkennung und Sympathie zu erfahren.
„Es ist genau diese Lebenserfahrung, mit der mich diese Weltmeisterschaft bereichert hat. Für einen mit meinem Denken und meiner Persönlichkeit ist das ein echter Wendepunkt. Ich war immer nur aufs Gewinnen gepolt. Ich glaubte daran, wenn ich einen Titel hole und noch einen Titel, dann macht mich das irgendwann zufrieden und glücklich. Aber so ist das leider nicht. Du hetzt sofort der nächsten Meisterschaft hinterher und machst dich verrückt damit. Das ist der falsche Weg zum Glück. Im Sommer habe ich dann feststellen dürfen, es gibt noch eine ganz andere Art von Erfolg, der nichts mit Zählbarem zu tun hat, nichts mit Titeln. Ich habe nur etwas getan, was die meisten Menschen offenbar nicht von mir erwartet haben: stillgehalten.“

An einem „Wüstentag“, wie ihn die Theologiestudenten zu meiner Spiritualszeit einmal im Monat hatten, mußte nichts passieren. Es galt, sich auszuhalten und zu warten nach dem Motto „Was tue ich, wenn ich nichts tue?“

Es kann sein, daß das Bild einer Schale hochkommt. In einer leeren Schale entsteht beim Anschlagen ein Echo. Eine volle Schale ist ohne Klang. Es kann sein, daß Gott die leere Schale füllt und der Mensch ist voll der Gnade.

Es kann das Bild von der Wüste und dem Marktplatz auftauchen. Während auf dem Marktplatz viel Betrieb herrscht, ist die Wüste der eigentliche Ort der Begegnung.

Siehe auch Streß – der Feind im eigenen Körper.