18.8.2021

Es gab Dinosaurier, gab es auch Riesen?

Ob die tatsächliche Existenz von Dinosauriern die Menschen inspiriert hat, sich auch Riesen vorzustellen?

Karin Schlott berichtete am 8. Juni 2021 auf  Spektrum.de vom „Neuen Sauriertitan aus Gondwana“.

Die gewaltigsten Tiere auf dieser Erde, die Dinosaurier, haben rund 150 Millionen Jahre die Erde beherrscht, bevor sie relativ plötzlich vor 65 Millionen Jahren verschwanden, als es den Homo sapiens noch nicht gab.

Die Bibel erzählt von Davids Kampf gegen den „Riesen“ Goliat (vgl. 1 Sam 17).

In der griechischen Mythologie kämpfen die Giganten gegen die Götter.

Kampf der Giganten mit den Göttern, Relief am Pergamonaltar in Berlin

 

 

 

 

 

Am Bergfried von Unter-Nideck erinnert eine Gedenktafel an Adelbert von Chamisso (1781-1838), dem mit der Ballade „Das Riesenspielzeug“ die Anerkennung als Dichter gelang.

Martin Vieweg veröffentlichte am 25. Februar 2021 auf  wissenschaft.de unter der Überschrift „Jungtiere begrenzten Raubsaurier-Vielfalt“ einen Artikel über die Riesen der Urzeit.

Das Riesenspielzeug von Adelbert von Chamisso (1781-1838)

Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt,
die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand;
sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.
Einst kam das Riesenfräulein aus jener Burg hervor,
erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Tor
und stieg hinab den Abhang bis in das Tal hinein,
neugierig zu erkunden, wie's unten möchte sein.
Mit wen'gen raschen Schritten durchkreuzte sie den Wald,
erreichte gegen Haslach das Land der Menschen bald,
und Städte dort und Dörfer und das bestellte Feld
erschienen ihren Augen gar eine fremde Welt.
Wie jetzt zu ihren Füßen sie spähend niederschaut,
bemerkt sie einen Bauer, der seinen Acker baut;
es kriecht das kleine Wesen einher so sonderbar,
es glitzert in der Sonne der Pflug so blank und klar.
„Ei! artig Spielding!“ ruft sie, „das nehm' ich mit nach Haus!“
Sie knieet nieder, spreitet behend ihr Tüchlein aus
und feget mit den Händen, was sich da alles regt,
zu Haufen in das Tüchlein, das sie zusammenschlägt,
und eilt mit freud'gen Sprüngen, man weiß, wie Kinder sind,
zur Burg hinan und suchet den Vater auf geschwind:
„Ei Vater, lieber Vater, ein Spielding wunderschön!
So Allerliebstes sah ich noch nie auf unsern Höh'n.“
Der Alte saß am Tische und trank den kühlen Wein,
er schaut sie an behaglich, er fragt das Töchterlein:
„Was Zappeliges bringst du in deinem Tuch herbei?
Du hüpfest ja vor Freuden; laß sehen, was es sei.“
Sie spreitet aus das Tüchlein und fängt behutsam an,
den Bauer aufzustellen, den Pflug und das Gespann;
wie alles auf dem Tische sie zierlich aufgebaut,
so klatscht sie in die Hände und springt und jubelt laut.
Der Alte wird gar ernsthaft und wiegt sein Haupt und spricht:
„Was hast du angerichtet? Das ist kein Spielzeug nicht!
Wo du es hergenommen, da trag es wieder hin,
der Bauer ist kein Spielzeug, was kommt dir in den Sinn?
Sollst gleich und ohne Murren erfüllen mein Gebot;
denn wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot;
es sprießt der Stamm der Riesen aus Bauernmark hervor,
der Bauer ist kein Spielzeug, da sei uns Gott davor.
Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt,
die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand;
sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
und fragst du nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.

Auch in der Märchenwelt finden sich Riesen, wie zum Beispiel in dem Grimmschen Märchen Das tapfere Schneiderlein.

Den Riesen Gulliver kennen viele Kinder durch den auch als Kinderbuch adaptierten Roman „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift (1667-1745).