14.7.2020

Es ist in uns allen

Streben nach dem Höchsten

Schweres fällt nach unten, Leichtes aber kann nach oben streben. Dem Menschen ist das Streben nach dem Höchsten eigen. Nicht selten gibt es diesen Drang in Politik und Gesellschaft.

Auch Pflanzen streben nach oben. Baumwurzeln können Fundamente von Häusern in Gefahr bringen. Selbst ein kleiner Löwenzahn ist in der Lage, durch den Asphalt ans Licht vorzustoßen.

Die Made im Apfel weiß, auf welchem Weg sie ins Freie kommt.

Das Höchste, wonach ein Mensch streben kann, ist, er selbst zu werden, keine Kopie, sondern ein Original. Dazu gehört Mut; denn es kann sein, daß er sich als Original aus der Gemeinschaft ausschließt und nicht „mit den Wölfen heult“.

Habe ich schon die Person gefunden, der ich nachfolgen will? Es lohnt sich die Mühe, die Beste zu finden. Das zeigt deutlich die Geschichte vom heiligen Christophorus.

Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muß in dir selber leben.

Wenn's deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.

Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können.
(Theodor Fontane 1819-1898)