21.4.2021

Fegfeuer

Das Fegfeuer besteht darin, schmerzlich im Sterben zu erfahren, was ich in meinem Leben „Gutes unterlassen und Böses getan habe“.

Ohne diese Läuterung bin ich nicht fähig, die Liebe Gottes zu erleben. Ich muß dazu wie Gold im Feuer geläutert werden (1 Petr 1,7). Die Reue wird in mir wie Feuer brennen.

Feuer ist ein Urbild der Bibel, die Gott als „verzehrendes Feuer“ (Hebr 12,29) darstellt. Insofern ist es widersinnig von „Höllenfeuer“ zu sprechen. Wer sich Gott verschließt, dem wird das Sich-Abkapseln zur Hölle.

,,Daß es nach dem Tod höllische Zustände gibt, daran können kaum mehr Zweifel bestehen. Aber wie es dann weitergeht, wissen wir nicht.“ (Dennis Ehrlich) Vielleicht sind es ja Erfahrungen des Fegfeuers, das durchlitten werden muß, damit wir fähig werden, Gottes Liebe voll zu erfahren.

Ich verstehe den Kelch als Aufforderung, im Leben ein Gefäß zu werden, das Gott bei meinem Heimgang mit seiner Gnade füllt, so daß auch ich dann voll der Gnade bin. Mein Schmerz (Fegfeuer) im Sterben wird darin bestehen, Reue und Leid zu empfinden, daß ich kein größeres Gefäß geworden bin, das Gott mit seiner Gnade füllen will.

Oft bleibt noch viel ungelebtes Leben im Sterben zurück, von dem wir Abschied nehmen müssen. Manche Menschen sterben mit 17 Jahren und werden mit 70 Jahren endlich beerdigt. Dazwischen befindet sich ungelebtes Leben. Im Sterben wird bewußt, wieviel ungelebt geblieben ist.