Gedanken zu Lesefrüchten (11.11.2019)

Ein heller Kopf!

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Wir nennen manchen Menschen einen „hellen Kopf“, es kann aber auch vorkommen, daß wir eine Person als „unterbelichtet“ bezeichnen. Licht gilt bereits in den mythologischen Erzählungen als Sinnbild für Klarheit und Denken. Was ans Licht kommt, läßt sich dementsprechend erkennen. In der Helligkeit und Klarheit des Denkens suchen wir nach Lösungen für unsere Probleme. Wir finden sie im Widerschein des Denkens.

Finsternis ist der Ort, an dem alles verschwindet und sich verbirgt.

Wer eine Sache ohne vorheriges Überlegen in Angriff nimmt, gilt als kopflos. Ob sich mit Hilfe des Denkens jedoch alle Fragen beantworten lassen, bleibt unklar.

Eine Sufi-Geschichte erzählt:
Mulla Nasruddin war auf allen Vieren draußen unter einer Laterne, als ein Freund hinzukam. „Was machst du da, Mulla?“, fragte sein Freund. „Ich suche nach meinem Schlüssel, den ich verloren habe.“ Also begab sich sein Freund ebenfalls auf alle Viere, und beide suchten lange Zeit im Schmutz unter der Laterne herum. Da sie nichts fanden, wandte sein Freund sich schließlich an Nasruddin mit der Frage: „Wo genau hast du ihn verloren?“ Nasruddin antwortete: „Verloren hab` ich ihn im Haus, aber hier draußen ist mehr Licht.“