Gedanken zu Lesefrüchten (13.4.2020)

Auferstehung oder Reinkarnation

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Leben und Sterben entsprechen in gewisser Weise dem Rhythmus von Ein- und Ausatmen. Auch hier erzwingt der eine Pol seinen Gegenpol: Das Leben erwirkt das Sterben und das Totsein. Der Tod bedeutet jedoch nicht „Nichtsein“, sondern er ist eine andere gegenpolige Form des Seins. Diesbezüglich versagt unser Wissen, und es gilt unser Glaube, der in den verschiedenen Religionen ein jeweils anderer ist.

Für die Christen geschieht im Sterben Auferstehung als eine Verwandlung in die Ewigkeit. Diese ist verbunden mit dem „Fegfeuer“, das darin besteht, Stellung zum eigenen Leben zu nehmen und den Schmerz des Schuldiggewordenseins als Läuterung zu ertragen, um letztendlich der Ewigkeit anzugehören, in der alle Gegensätze zusammenfallen.

 

 

 

 

Viele Menschen glauben in unterschiedlicher Weise an eine Reinkarnation. Dieser Begriff bezeichnet keine bestimmte Lehre, sondern faßt eine Vielzahl von Lehren zusammen, die in je anderer Ausprägung Bestandteil von diversen Religionen sind. Für sie vollzieht sich der Rhythmus von Leben und Sterben so lange, bis das Karma, die Folge des Fehlverhaltens zu Lebzeiten, abgebüßt und das Nirwana, das bei den Christen der Ewigkeit entspricht, erfahrbar ist.

 

Siehe auch Impuls vom 27. Mai 2019 – Das Gute und das Böse.