Gedanken zu Lesefrüchten (18.2.2019)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Ein Franziskanerpater brachte das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Mt 25,1-13) auf die Aussage: „Teile so viel du kannst, nicht aber die Verantwortung für dein Leben.“

Als ich diesen Satz las, dachte ich sofort an das, was ich den Menschen nahelege, die bereit sind, an sich zu arbeiten: „Söhne dich aus mit deiner Herkunftsfamilie und mache niemanden mehr dafür verantwortlich, wie es dir geht.“

Das ist für viele Menschen, ob alt oder jung, eine schwere Pille. Aber sie ist „billiger“, als kein ausgeglichenes Leben zu haben; denn das Sichberufen auf einen Sündenbock und das Unausgesöhntsein mit der Vergangenheit bereitet ein schweres Sterben.