Gedanken zu Lesefrüchten (23.4.2019)

„Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?“ (Lk 24,26)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Wahres Glück finden wir durch Überwinden von Hindernissen, Schwierigkeiten und Durst­­strecken und nicht durch die unmittelbare Befriedigung von Neigungen, sondern durch Anstrengung. Nur dadurch wachsen unsere Kräfte, aber nie durch das angenehme Leben, durch Erlebnisse, die keine Anstrengung fordern, sondern nur konsumiert werden. All das bringen klar und deutlich die Sprichworte „Per aspera ad astra – durch das Raue zu den Sternen“ und „Vor den Er­folg haben die Götter den Schweiß gesetzt“ zum Ausdruck.

Jesus folgt diesem Gesetz auf dem Weg zur Auferstehung: „Vom Leben zum Tod – vom Tod zum Leben.“ Für uns bedeutet es den Wechsel von der Angst vor dem Ende hin zu einem Leben als Geschenk.

Marie Luise Kaschnitz (1901-1974):
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut

Am Ende unserer irdischen Tage stehen wir auf zum Ewigen Leben.

Heiliges Grab in der Johannikirche in Billerbeck