Gedanken zu Lesefrüchten (24.2.2020)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Fortschritt führt uns in die Sklaverei

 

Wie alles im Leben hat auch der Fortschritt seine zwei Seiten. Ein Beispiel dafür ist das Navigationsgerät (Navi) im Auto. Es kann dazu verführen, das eigene Denken auszuschalten. Dabei vergessen wir, daß die Angaben für die Zielführung von Menschen zusammengestellt sind.

Als Beifahrer in einer dem Fahrer des Autos unbekannten, mir aber vertrauten Gegend wunderte ich mich, daß das Navi eine Strecke zum Ziel vorgab, die nach meiner Einschätzung ein Umweg war. Ich wäre anders gefahren.

Wir bilden uns ein, das Navi finde für uns persönlich den besten Weg. Doch in Wahrheit erhöht es nur bis zu einem gewissen Grad den Nutzen aller Benutzer; denn Google optimiert nicht für jeden einzelnen die Strecke, sondern versucht, den Verkehr zur Vermeidung von Staus zu verteilen und die Straßen immer wieder für den nachfolgenden Verkehr freizuhalten. Insofern schlägt das Navi durchaus auch Umwege vor.

Mancher vertritt bereits die Meinung: „Heute entscheiden die Algorithmen so wie früher Gott.“ Das Vorgaukeln einer Scheinsicherheit durch KI kann bestimmte Gehirnfunktionen verkümmern lassen. Ohne uns dessen bewußt zu sein, geben wir schleichend unseren eigenen Willen zu einer eigenverantwortlichen Entscheidung auf.