Gedanken zu Lesefrüchten (25.10.2021)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Auf die Frage eines Kindes: „Wer hat eigentlich die Sehnsucht erfunden?“, stieß ich in PSYCHOLOGIE  HEUTE  vom März 2021 in dem Artikel „Von der Utopie des perfekten Lebens“  von Birgit Weidt auf die Aussage der Psychologieprofessorin Alexandra Freund: „Wir spüren ein vages Verlangen nach etwas, das uns fehlt - und das unser Leben bestimmt vervollkommnen würde.“

In meinem sogenannten „Sehnsuchtsbuch“ heißt es auf Seite 15: „Im KZ Theresienstadt soll ein Mäd­chen in die Wand geritzt haben: „Warum habt ihr uns die Sehn­sucht ins Herz gesenkt?““

Nun lese ich bei Birgit Weidt „Zum anderen ist Sehnsucht etwas, was sich über die Lebenszeit erst entwickelt und in der frühen Kindheit noch nicht existiert.“ Dann aber schreibt sie: Insofern ‚erfindet’ jede und jeder von uns seine eigenen Sehnsüchte.“

Meine Sehnsucht ist „Eins zu werden mit mir selbst und mit allem, was ich nicht bin“.