Gedanken zu Lesefrüchten (16.8.2021)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Die heutige Lesefrucht beruht auf einem von mir selbst verfaßten Text.

Beim Aufräumen fand ich ein Schema über das Verhältnis von Jungfräulichkeit und Ehe, das ich während meiner Zeit als Spiritual im Collegium Borromaeum in Münster den Theologiestudenten 1988 als Vorbereitung auf den Zölibat gegeben hatte.

Ehe - Zölibat

Damals stand die Frage, ob nicht auch verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden könnten, noch nicht so sehr in der Diskussion um den Zölibat. Völlig undenkbar aber war das Priestertum von Frauen.

Die Zukunft wird zeigen, wohin sich die inzwischen erfolgten Überlegungen entwickeln.

Siehe Zölibat im Gespräch.

Ehepaare haben eine unverzichtbare Aufgabe mit und in der Kirche. Die Mehrheit der Christen besteht aus Laien und nicht aus Amtsträgern. Christliche Existenz im Alltag außerhalb der Binnenwelt kirchlicher Berufe ist der Normalfall.

Das Erscheinungsbild von Kirche in der Gesellschaft wird in den Medien stärker von Auftritten einiger weniger Kleriker als vom Auftreten christlicher Eheleute bestimmt. Daher gilt es vor allem, darauf hinzuweisen, welche Bedeutung der Normalität „Christ im Alltag und besonders der Familie“ zukommt.

Die Aufgabe christlicher Eheleute, die diese in der sakramentalen Eheschließung öffentlich übernehmen, ist nichts Geringeres als die öffentliche Darstellung und Umsetzung des Wesens der Kirche.