Gedanken zu Lesefrüchten (28.10.2019)

Ursprung des Seins

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Christophe Galfard (* 1976), Schüler von Stephen Hawking (1942-2018), schreibt in seinem Buch „Das Universum in deiner Hand“ auf Seite 328 den beeindruckenden Satz: „Die Mutter aller Singularitäten liegt in der Vergangenheit unseres Universums, als die gesamte Energie des Universums in einem dramatisch kleinen Rauminhalt eingezwängt war.“

Es bleibt die Frage, wo diese Urenergie ihren Ursprung hat. Die Antwort finde ich bei Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) in dessen Aussage „Leiblichkeit ist das Ende der Werke Gottes“.

Leiblichkeit als etwas Festes ist für uns Menschen der Anfang des irdischen Lebens­weges. Diese Feststellung besagt, daß alles mit allem zusam­men­hängt. Das betrifft jegliche Daseinsfor­m, was schon in irdi­schen Dingen zum Ausdruck kommt. Was­ser gibt es in fester, flüssiger und gasförmiger Konsistenz. Ebenso verhält es sich bei einer Kerze.

„Gott schläft im Stein, atmet in den Pflanzen, träumt in den Tieren, erwacht im Menschen und lebt im Religiösen.“ (Indi­sche Lebensweisheit)