3.1.2022

Gott offenbart sich in der Vielfalt der Schöpfung

Für mich ist Gott das ALLEINE, außer ihm existiert nichts Anderes. Durch den Philosophen Baruch de Spinoza (1632-1677) habe ich den Pantheismus kennengelernt, spreche aber lieber vom Panentheismus. Also nicht nur: Gott ist alles, sondern Gott ist in allem.

Für Spinoza ist Gott eine allumfassende Substanz, die das ganze Sein, also das Weltall, die Erde, die Dinge und die Menschen beinhaltet. Der Mensch und die Dinge sind nur ein Modus dieser einzigen Substanz. Die Bibel ist voll von Aussagen, daß wir in Gott leben und Gott in uns.

Ich habe das zu meinem Erstaunen wohl schon als Volksschüler verstanden, als ich es in mein Religionsheft schrieb und zeichnete.

Gott steht für Spinoza also nicht außerhalb der Existenz, er ist kein Schöpfer, der die Welt erschafft und sich dann aus ihr zurückzieht.

Wenn Gott in allem ist, wie kann dann darin das Böse existieren? Manche Philosophen meinen, es sei das Fehlen des Guten. Ich bin der Meinung, daß beides in uns ist, wir es aber nicht unter Kontrolle haben. Wir müssen den Tod und den Teufel in uns annehmen; denn sie gehören beide zu uns.

Albrecht Dürer (1471-1528) hat das 1513 in seinem Kunstwerk „Ritter, Tod und Teufel“, das in Kopie in meiner Wohnung hängt, eindrücklich zum Ausdruck gebracht.