Gedanken zu Lesefrüchten (30.9.2019)

Was sollen die Leute sagen

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Möchten Sie sich manchmal unsichtbar machen? Die tragenden Figuren in Märchen und Sagen nutzen Tarnkappen und Umhänge für diesen Effekt. Aber unter einer Tarnkappe fühlt man sich nicht mehr unbedingt an die Normen und Moralvorstellungen des menschlichen Zusammenlebens gebunden.

Oder gehören Sie eher zu den Menschen, die bei all ihrem Tun und Lassen von anderen Menschen gesehen werden möchten?

Meine Mutter äußerte ständig: „Was sollen denn die Leute denken?“ Mir persönlich ist das nicht egal, aber wenn ich mich nur entsprechend der Meinung anderer Menschen verhielte, käme ich in der Entwicklung meiner eigenen Persönlichkeit keinen Schritt voran. Ich habe meinen „Schattenbruder“ kennengelernt und ent­deckt, daß das, was ich an ihm kritisiere, auch ganz tief in mir selbst steckt, ich aber Schwierigkeiten habe, diese noch für andere unsichtbare Seite in mir zuzulassen.

Doch die Zeit der Tarnkappen ist vermutlich bald vorbei; denn KI macht uns mehr und mehr zu gläsernen Menschen.

Siehe auch Impuls „Angst vor Künstlicher Intelligenz (KI)“.