Gedanken zu Lesefrüchten (7.10.2019)

Fortschritt – das geht noch besser!

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Der moderne Fortschrittsbegriff, den wir bis heute verwenden, entstand im Zuge der europäischen Aufklärung im 18. Jahrhundert. Gemeint war nicht nur das Fortschreiten in der Zeit, sondern ein „Fortschreiten zur Vollkommenheit“, vom Schlechteren zum Besseren. Dieser Fortschritt hat keine festen Grenzen und muß darum auch nicht zu einer bestimmten Zeit enden. Er ist auch räumlich unbegrenzt; denn er umfaßt die gesamte Menschheit.

Offensichtlich geben wir dem Fortschritt in der Wirtschaft auch die Qualität des immer Besseren. Das Wachstum muß sich immer noch steigern. Wohin aber?

Die Bibel hat dafür ein prägnantes Beispiel, den „Turmbau zu Babel“ (Gen 11,1-9), das für heute besser als Sündenfallgeschichte geeignet wäre als der sogenannte „Apfelklau“ (Gen 3).