Gedanken zu Lesefrüchten (9.11 2020)

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Anfang des menschlichen Lebens auf diesem Planeten

Eine bedenkenswerte Fragestellung lautet: „Wo fängt auf diesem Planeten das Menschsein an und wo hört es auf?“ Betrachtet man das Werden und das Sterben des Menschen als einen Prozeß, so ist diese Frage schon in bezug auf den einzelnen Menschen schwer zu beantworten. Ähnlich verhält es sich vermutlich mit der Menschheit an sich, die aus bereits vorhandenen Lebewesen hervorgegangen ist. Wird die gesamte Menschheit aussterben wie bereits viele Arten vor ihr? Es ist heute nicht mehr unbedingt selbstverständlich, daß ein Kind von einer Frau geboren wird. Es könnte bereits Retortenbabys geben, die nicht nur in der Retorte „gezeugt“ wurden, sondern auch 9 Monate darin herangewachsen sind.

Wenn es um den Beginn seiner Biographie geht, muß jedes Kind den Überlieferungen der Älteren vertrauen. Wie viele Lebensgeschichten gibt es, in denen ein Kind erfährt, daß sein Vater ein Samenspender ist.

Was mag erst ein Kind empfinden, wenn man ihm später sagt, daß es in der Petrischale gezeugt wurde. Dabei geht es um einen ungeborenen Menschen, der möglicherweise noch für längere Zeit in einem Gefrierfach „aufbewahrt“ wird. Die Ethik unterscheidet deutlich zwischen der Tötung eines geborenen und der eines ungeborenen Menschen. Es ist ein Unterschied zwischen dem „Herausgerissenwerden“ aus einem Dasein, das vom Geborenen schon subjektiv erlebt wird, und dem Blockieren der weiteren Entwicklung einer noch gänzlich unerlebten Existenz des Ungeborenen.

Laut Joachim Müller-Jung (* 1964) ist der Mensch zum Designer seiner eigenen Evolution geworden – und selbst zum Designobjekt.

Wie aber sieht die Evolution aus? Der Mensch ist nicht fertig vom Himmel gefallen. Inzwischen glauben nur noch wenige Menschen, die Bibelberichte über die Erschaffung des Menschen seien historische Berichte. Sie sind Bilder für das, was vor undenklichen Zeiten auf dieser Erde geschehen ist. Funde aus der Vergangenheit geben oft Rätsel auf. Ab wann kann man vom Menschen sprechen. Wenn er erste Werkzeuge verwendet, wenn er das Feuer beherrscht, wenn er künstlerische Objekte fertigt?

Während man früher nur die beiden Geschlechter „Männlich und Weiblich“ kannte, hat man heute ein drittes Geschlecht entdeckt, das man als „Divers“ bezeichnet.

Die F.A.Z. vom 26. Oktober 2020 brachte einen Bericht unter der Überschrift: „Wegbereiter der Retortenmedizin – Für die Freiheit in Fragen der Fortpflanzung: Henning Martin Beier wird achtzig

Siehe auch Gedanken zu Lesefrüchten vom 5.10.2020 – Wer oder was hat uns zu dem gemacht, was wir sind?