4.6.2019

Angst vor der Künstlichen Intelligenz (KI)

Gott erschafft den Menchen

Wer erschafft wen?

Noch ist diese Angst nicht berechtigt; denn Menschen programmieren mittels Algorithmen die Computer mit Entscheidungen, die dann scheinbar von Maschinen getroffen werden. Doch wie stellen sich Menschen zu Entscheidungen, die andere Menschen normiert und einer Technologie zu Grunde gelegt haben? Das betrifft zum Beispiel Menschen in einem elektronisch gesteuerten Auto, das in einer gefährlichen Situation entscheiden soll, ob es ein Kind oder einen alten Menschen überfährt. Aber kein Mensch ist in seinen Handlungen auch nur im entferntesten so vollständig vorhersagbar, wie eine KI-Maschine es allein aufgrund ihres Algorithmus sein sollte. Bei einer Fehlsteuerung wird nicht die Maschine zur Verantwortung gezogen und bestraft, sondern der Programmierer.

Wir Menschen müssen uns darüber Gedanken machen, welche Entscheidungen wir an KI delegieren wollen; denn auch im Zeitalter der Automatisierung von Entscheidungen durch KI gilt der Grundsatz, daß die Menschen mit ihren Entscheidungen glücklich werden müssen und nicht der Computer. Maschinen werden nie empfinden, was Glück ist.

 

KI gehört zur Industrie 4.0. Diese ist aber keine Stichtagsrevolution, sondern sie zieht sich über viele Jahre hin. Ein Rinnsal wird zu einem breiten Strom. Die moderne Technik überwindet Raum und Zeit. Gedruckte Zeitungen berichten später über ein Ereignis als das Internet; Journalisten sind schon vor dem Ereignis vor Ort. Wichtig und absolut notwendig ist die Kooperation von Mensch und Maschine.

Da die Lebenserwartung der Menschen steigt und sich die Struktur von Familien ändert, vereinsamen viele ältere Menschen, zumal es so viele Singlehaushalte gibt wie nie zuvor. In Großbritannien gibt es schon ein „Ministerium für Einsamkeit“, das den Beruf des „Walker“ erfunden hat. Dahinter steht die Idee, zum Beispiel mit jemandem spazierenzugehen, der sonst kaum Gesellschaft hat, und sich mit ihm zu unterhalten. Organisiert wird dieser „Dienst“ unter anderen über die App „Uber“. Wenn man Zeit hat, meldet man sich als verfügbar und wird nach Bedarf gebucht.

Beängstigend ist, was die F.A.S. vom 28. April 2019 unter dem Titel „Gläserne Schüler“ aus China berichtet: „Auf einem großen Bildschirm sind Live-Szenen aus einem Klassenraum im Norden des Landes zu sehen. Farbige Rahmen zeigen an, welches Kind sich in dem 400 Kilometer entfernten Raum gerade wie verhält.“ KI dringt in China in immer neue Lebensbereiche vor und wird als Allheilmittel gegen gesellschaftliche Probleme aller Art beworben. Der Artikel endet mit der Nachricht: „In diesen Tagen gibt es Berichte über ein noch weiter gehendes Experiment. Eine renommierte Grundschule in Hangzhou testet den Einsatz von Kopfbändern, die die Hirnsignale der Kinder erfassen sollen, um ihre Aufmerksamkeit zu messen. Es heißt, die Eltern seien begeistert.“ Die Menschen in China sind von einer ungezügelten Technikgläubigkeit erfaßt.

KI ist zwar ein enorm wichtiger, aber, Gott sei Dank, noch nur einer von vielen großartigen Schritten der Menschheit auf dem Weg zu mehr und größerer Erkenntnis.

Die Geräte der KI sind leistungsfähige Fachidioten auf der Grundlage umfangreicher Trainingsdaten. Aber wird das so bleiben, oder werden wir in naher Zukunft eine KI schaffen können, die sich wie wir Menschen flexibel auf neue Aufgaben und neue Kontexte einstellen kann und Konsequenzen ihres Handelns versteht?

Die Angst vor der KI erinnert ein wenig an Flugangst. Diese ist jedoch irrational, wenn man bedenkt, daß das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist. Die KI hat noch keinen Menschen umgebracht. Trotzdem existiert diese Angst.