10.6.2023

Haben und Sein

Ergänzung zu Haben und Sein

Die Redewendungen „Hast du was, dann bist du was!“ oder auch „Hast du was, dann bist du noch lange nichts!“ regen an, über Haben und Sein nachzudenken. Was wir haben, wird uns erst zu eigen, indem wir es in uns hinein verwandeln. Es zählt nicht, was jemand hat, sondern was er ist. Das erweist sich besonders in Grenzsituationen.

Wir stehen heute in der Gefahr, den Akzent mehr auf das Haben, als auf das Sein zu legen.

Nicht selten nimmt das, was wir haben, unser eigentliches Sein dermaßen in Besitz, daß wir ihm buchstäblich verfallen sind. Wir sitzen auf unserem Besitz, sind sozusagen in ihm verankert. Unsere Hände umschließen ihn und halten ihn fest. Somit bringt er uns um das Unvorhersehbare, das Unsichtbare, um die Unabhängigkeit unseres Seins.