30.9.2020

Hände begegnen sich

Auguste Rodin (1840-1917) fügte zwei Hände, die seine Schülerin, Muse und Geliebte Camille Claudel (1864-1943) geformt hatte, zusammen und nannte dieses Werk „La Cathédrale – Die Kathedrale“. Zwei rechte einander zugewandte Hände steigen auf, neigen sich und umschließen einen zwar engen Raum, dem aber der ganze Himmel und die selige Unendlichkeit offensteht. Wenn Rodin zwei einfache Hände nimmt, um eine Kathedrale erste­hen zu lassen, hat er das Wesen der Hand genau erkannt und künst­lerisch umgesetzt.

Gott gab uns die Hände, die Seele darin offen zu tragen. Sie wachsen zu Brücken in die Welt. Mit ihnen wagt sich die Seele am weitesten vor.

Siehe auch Impuls vom 14.5.2019Handeln mit Bezug zu seelischen Zuständen.