14.5.2019

Handeln mit Bezug zu seelischen Zuständen

Unsere Hände kommunizieren über die Körpersprache mit Gott und mit den Menschen. Mit unserer Hand können wir unsere eigene Seele offenbaren und auch eine fremde Seele aufnehmen. Gruß und Kommunikation geschehen unter anderem durch das Reichen der Hand.

Am Anfang einer Freundschaft steht die Hand. Sie schließt die Freundschaft auf. Ein Händedruck sagt, was unaussprech­lich ist. Die Hand schafft Kontakt und läßt Herz zu Herz finden. Sie nimmt als äußeres Zeichen den anderen an und vereinigt Geist zu Geist. Die dargebotene Hand bekundet die Bereitschaft, das Gegenüber als Du anzunehmen und in das innerste Füh­len einzulassen.

Das eigentlich spirituelle und geistig-geistliche Geheimnis der Hand ist das Beten und Segnen.

 

„Es gibt Hände, welche Sonnenstrahlen in sich tragen, und deren Berührung Wärme in das Herz bringt.“ (Helen Keller 1880-1968)

„Eine Hand aus Licht liebkost meine Augenlider aus Nacht.“ (afrikanischer Dichter aus Senegal)

Auguste Rodin (1840-1917) fügte zwei Hände, die seine Schülerin, Muse und Geliebte Camille Claudel (1864-1943) geformt hatte, zusammen und nannte dieses Werk „La Cathédrale – Die Kathedrale“. Zwei rechte einander zugewandte Hände steigen auf, neigen sich und umschließen einen zwar engen Raum, dem aber der ganze Himmel und die selige Unendlichkeit offensteht. Wenn Rodin zwei einfache Hände nimmt, um eine Kathedrale erste­hen zu lassen, hat er das Wesen der Hand genau erkannt und künst­lerisch umgesetzt. Die Hand ist der Schlüssel zur Freundschaft, der Schlüssel zu einem Heiligtum und der Schlüssel in ein Zuhause.