18.6.2019

Heiliger Bartholomäus, Schutzpatron der Schumacher

Unter den spätromanischen (1235-1240) Apostelfiguren an der Hauptwand im Paradies des Domes in Münster sind die meisten Apostel nicht zu identifizieren. Einer aber trägt Fußbekleidung; das deutet auf den Apostel Bartholomäus hin, der bei seiner Missionierung in Armenien die persische Todesstrafe erlitt, die Enthäutung.

Früher suchten die Handwerker irgendeinen Anhaltspunkt, um einen Heiligen besonders für sich und ihre Tätigkeit als Fürsprecher bei Gott zu gewinnen. Daher verlegten sich neben den Schuhmachern viele, die mit einem Messer und der Haut zu tun hatten, wie zum Beispiel Fischer, Lederarbeiter, Gerber, Sattler und Metzger, auf diesen Heiligen, der in der Regel auch mit diesen Attributen dargestellt wird.

Ursprünglich, wie es auch heute auf Naturboden noch gesund ist, gingen die Menschen barfuß. Das war angenehm auf weichem und ebenem Untergrund, unangenehm aber auf hartem und steinigem. Es wird erzählt, ein König habe deshalb den Befehl ausgegeben, sein Reich mit Fellen auszulegen. Ein Weiser machte dem König den Vorschlag, man könne viele Felle sparen, wenn jeder sich Fell unter die Füße binde. So mag der „Fort-schritt“ der Menschen mit der Sandale seinen Anfang genommen haben.